Nahverkehrsplan 2023

Der Nahverkehrsplan 2019 (NVP) wurde von den Verkehrsunternehmen zum Fahrplanwechsel am 18. Juli 2021 umgesetzt. Gleichzeitig zum Beschluss Ende 2019 wurde bereits der Auftrag zu einer weiteren Fortschreibung des NVP gefasst.

Mit dem NVP 2019 wurde das Fahrplanangebot des Hammer Busverkehrs erstmals um rd. 10 % erweitert. Auch der neue NVP 2023 orientiert sich nicht mehr ausschließlich am Bestandsrahmen, sondern am Ziel einer signifikanten Gewinnung neuer Fahrgäste. Mit folgenden Maßnahmen sollen in größerem Umfang neue Fahrgäste für den Hammer ÖPNV gewonnen werden:

Aufwertung der Hauptbusrouten zu 'Metrobus-Linien' mit dichtem Takt, modernen Fahrzeugen und Haltestellen

Die Linien 1 (Herringen) und 3 (Pelkum) werden bereits heute im morgendlichen Berufsverkehr jeweils im 20-Minuten-Takt gefahren, so dass sich ab dem Hammer Westen über die City nach Werries ein 10-Minuten-Takt ergibt. Dieses Taktmodell soll künftig ganztägig während der Arbeits- und Geschäftszeiten gefahren werden. In gleicher Weise soll mit der Linie 10 (HBF - Römerstraße - Horster Straße - Rautenstrauchstraße - HBF) und Linie 11 (HBF-Hammer Straße - Barsener Straße - Römerstraße - HBF) verfahren werden, so dass auch ab dem Zentrum Hövel über den Hammer Norden bis zum HBF ein 10-Minuten-Takt entsteht. Weitere Qualitätsmerkmale sind:

  • Direkte Linienführung mit Vorrangschaltung an Lichtzeichenanalagen zur Busbeschleunigung
  • Hochwertige Fahrzeuge mit emissionsarmer Antriebstechnik (Wasserstoff)
  • Hochwertige Haltestellen (u.a. Barrierefreiheit, Wartehallen, Infoanzeiger und Radständer) sowie gegebenfalls mit Ausstattungsmerkmalen einer Mobilstation

Schaffung eines attraktiven Angebots auch in Schwachverkehrszeiten und peripheren Siedlungsbereichen durch 'On-Demand-Verkehre'

In der Flächenstadt Hamm sind die Bedienung der peripheren Siedlungen und Gewerbegebiete sowie die Vorhaltung eines attraktiven Angebotes außerhalb der Hauptverkehrszeiten eine besondere Herausforderung. On-Demand-Verkehre, die auf dem Abruf von Kleinfahrzeugen über das Smartphone basieren, bieten hier eine innovative Lösung. Nach ersten Modellprojekten in Duisburg und im Kreis Offenbach werden sie inzwischen auch in NRW immer häufiger eingesetzt (u.a. Münster, Essen, Oberhausen). Mit dem NVP 2023 soll geprüft werden, ob ein solches System auch in Hamm etabliert werden kann. Dabei sollen folgende grundlegende Fragen untersucht werden:

  • Auswahl der Einsatzgebiete und -zeiten
  • Entwicklung eines Betriebskonzeptes
  • Ermittlung der Kosten für Aufbau und Betrieb des Systems 

Das örtliche Taxigewerbe bietet ein wichtiges Potential für den späteren Betrieb des Systems, da hier bereits Fahrpersonal und Fahrzeuge vorhanden sind. Daher sollen die Hammer Taxiunternehmen von vornherein in die Planungen einbezogen werden.

Fahrgastfreundliche Tarifgestaltung

Eine fahrgastfreundliche Tarifgestaltung ist die wichtigste Grundlage für die Sozialverträglichkeit und das Marketing des ÖPNV. Der NVP 2023 wird die Möglichkeiten einer nutzerfreundlichen, örtlichen Tarifgestaltung ausloten. Die möglichen Tarifmaßnahmen sollen anhand der Erfahrungen aus anderen Regionen hinsichtlich des Fahrgastpotentials und der Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Im Ergebnis sollen für Hamm attraktive und tragfähige Tarifmaßnahmen empfohlen werden. Zu den möglichen Maßnahmen zählen u.a.:

  • Die Freifahrt für Jugendliche und für Empfänger von Sozialleistungen
  • Die Einführung eines 365-Euro-Tickets (UmweltAbo)
  • Allgemeine Freifahrt zu bestimmten Anlässen, Fahrtzwecken oder Fahrtzielen

Stärkung der Regionalverbindungen mit Bus und Bahn

Der NVP soll Prioritäten für die Wiederaufnahme regionaler Busverbindungen herausarbeiten.

Zudem wird sich der NVP mit den Realisierungschancen für einem Haltepunkt im Bezirk Pelkum an der Dortmunder Strecke oder der Osterfelder Bahn beschäftigen, mit dem auch die südwestlichen Ortsteile an die Schiene angebunden würden.

Zu einem Schienenverkehrskonzept für Hamm gehört aber auch die Betrachtung innerörtlicher Verbindungen auf bestehenden oder zu reaktivierenden Schienenstrecken (Projekt Stadtbahn Hamm). Im Rahmen des NVP soll festgestellt werden, ob sich diese Rahmenbedingungen inzwischen verbessert haben und ob eine Wiederaufnahme der Stadtbahnplanung erfolgversprechend wäre.

Neue Angebote - neue Kosten; Finanzierungsmodell für den Hammer ÖPNV

Taktverdichtungen, neue Bedarfsangebote und ein fahrgastfreundlicher Tarif werden selbst bei steigenden Fahrgastzahlen die Kosten und das Betriebskostendefizit des Hammer Nahverkehrs deutlich erhöhen. Im NVP 2023 sollen die zu erwartenden Mehrkosten und Mehreinnahmen ermittelt und Modelle für die künftige Finanzierung des Hammer ÖPNV aufgezeigt werden.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung

Die frühzeitige Bürgerbeteiligung wird durch das Zusammengehen mit dem 'Masterplan Mobilität' gewährleistet, der bereits in der Anfangsphase einen Online-Ideenwettbewerb zur Zukunft des Hammer Stadtverkehrs vorsieht.

Die abschließende Beteiligung zum NVP soll dann erneut über ein Online-Format erfolgen. 

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Herr Wiedemeier

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