Kommunale Wärmeplanung Hamm

Die Stadt Hamm will in den kommenden Jahren den Klimaschutz und besonders die Wärmewende vorantreiben. Die aktualisierte Treibhausgasbilanz 2022 zeigt, dass erhebliche Maßnahmen nötig sind, um die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. Mit rund 40 % der Emissionen ist der Wärmesektor dabei von zentraler Bedeutung auf dem Weg zur geplanten Klimaneutralität der Stadt Hamm 2035. 

Als eine Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern besteht die Verpflichtung, zum 30.06.2026 eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen und den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen. Die wird aktuell vom Unternehmen HIC Consulting GmbH in enger Abstimmung mit der Stadt und den Stadtwerken erarbeitet.  Mit dem Wärmeplan schafft die Stadt erstmals ein umfassendes Konzept für die zukünftige Wärmeversorgung Hamms. Eine allgemeine Rechtsverbindlichkeit besteht bei dieser strategischen Planung allerdings nicht. Die herunter ladbare Textfassung und eine vergrößerbare Übersicht der identifizierten Eignungsgebiete sind nebenstehend verlinkt.

Über die Ziele, Pläne und Maßnahmen, die für die kommenden 15 - 20 Jahre geplant sind, wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung  am 18.03.2026 im Gerd-Bucerius-Saal frühzeitig informiert. An Ständen der Stadtwerke, der KlimaAgentur, der Verbraucherzentrale und der Handwerksinnung bestand begleitend ein Beratungsangebot. Die Veranstaltung fand eine gute Resonanz. Fast 100 Personen informierten sich anhand der angebotenen Vorträge sowie auch im Rahmen von Einzelgesprächen an den Ständen.

Die Entwurfsfassung des Wärmeplans  lag im Technischen Rathaus (Raum A0.059) in der Zeit vom 27.03. - 27.04.2026 aus und wurde gleichzeitig auch auf dieser Seite zur Einsichtnahme und Stellungnahme als Download bereit gestellt. Zuvor wurde der Zeitraum öffentlich bekannt gegeben. Die hierzu abgegebenen Stellungnahmen und Kommentare flossen in die Endfassung des Gutachtens ein, das nachstehend unter “Aktuelles” auch heruntergeladen werden kann. Am 07.07.2026 hat der Rat den kommunalen Wärmeplan mitsamt des Maßnahmenplans in öffentlicher Sitzung mehrheitlich beschlossen. 

Die Wärmeplanung ist aber damit nicht abgeschlossen. Es ist eine dynamische Strategieplanung, die sukzessive umgesetzt und dabei fortlaufend an gesetzliche und planerische Vorgaben, regionale Veränderungen, Entwicklungen und Erfordernisse, statistische Daten usw. angepasst wird. Spätestens alle 5 Jahre wird der dann vorliegende Planungsstand erneut veröffentlicht.

Emissionsverursacher Wärmesektor

Die aktuelle Analyse zeigt: Der Wärmeverbrauch für Raumwärme und Warmwasser liegt in Hamm derzeit bei rund 1.400 Gigawattstunden pro Jahr. Nach wie vor wird der größte Teil der Wärme mit fossilen Energieträgern erzeugt. Etwa 67 Prozent entfallen auf Erdgas, weitere 25 Prozent auf nicht leitungsgebundene Energieträger wie Heizöl oder Biomasse. Sieben Prozent werden bislang über Wärmenetze bereitgestellt. Die Folge: Rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Hamm entstehen im Wärmesektor. Insgesamt verursacht die Wärmeversorgung derzeit mehr als 320.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr.

Für die Erstellung der Wärmeplanung wurden erstmals umfangreiche Daten zum Gebäudebestand, zu Energieverbräuchen und zur vorhandenen Infrastruktur ausgewertet. Grundlage war unter anderem ein digitaler Zwilling der Stadt Hamm – eine digitale Abbildung sämtlicher Gebäude und ihrer Wärmeverbräuche. Die Untersuchung umfasste vier zentrale Bausteine: eine Bestandsanalyse der heutigen Wärmeversorgung, eine Potenzialanalyse erneuerbarer Wärmequellen, die Entwicklung eines Zielszenarios für die zukünftige Versorgung sowie eine Wärmewendestrategie mit konkretem Maßnahmenkatalog.
Dabei wurden neben bestehenden Netzen auch Potenziale von Solarthermie, Biomasse, industrieller Abwärme, Abwasserwärme, Flusswasser sowie zentralen und dezentralen Wärmepumpen untersucht.

Ein zentrales Ergebnis der Wärmeplanung: Die Wärmewende in Hamm soll künftig auf mehreren Säulen stehen. Besonders wichtig bleibt dabei der Ausbau bestehender Wärmenetze. 
Das von den Stadtwerken Hamm betriebene Fernwärmenetz umfasst bereits rund 83 Kilometer Leitungsnetz und versorgt vor allem das Stadtzentrum und Heessen. Die Wärme stammt aus der Abwärme der Müllverbrennungsanlage (MVA) und gilt damit bereits heute als nahezu emissionsfrei. Die Analyse zeigt, dass ein weiterer Ausbau vor allem in dicht bebauten Gebieten wirtschaftlich sinnvoll ist. Hier können viele Gebäude über vergleichsweise kurze Leitungswege versorgt werden. 
Für insgesamt 16 räumlich abgegrenzte Teilgebiete wurden detaillierte Steckbriefe erstellt und Prioritäten für die weitere Entwicklung festgelegt. In diesen Bereichen sollen vertiefende Untersuchungen und konkrete Planungen folgen.
Gleichzeitig zeigt die Analyse allerdings auch, dass sich nicht alle Bereiche Hamms wirtschaftlich an Wärmenetze anschließen lassen. Für große Teile des Stadtgebiets empfiehlt die Wärmeplanung deshalb dezentrale Lösungen. Besonders Wärmepumpen gelten dort als bevorzugte Technik. Nach den Untersuchungen bieten sie in weiten Teilen Hamms gute Voraussetzungen für eine klimafreundliche und langfristig bezahlbare Wärmeversorgung.
Auch andere nach dem Gebäudeenergiegesetz zulässige Heiztechnologien bleiben möglich. Die Wärmeplanung schreibt keine bestimmte Heizungsart vor.
 

Die Kommunale Wärmeplanung zeigt zugleich, welches Klimaschutzpotenzial in der Wärmewende steckt: Durch energetische Sanierungen und den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung kann der Wärmebedarf bis 2045 um rund 13 Prozent sinken. Parallel dazu sollen Heizungen auf Basis fossiler Energieträger schrittweise durch Wärmenetze und Wärmepumpen ersetzt werden. Dadurch könnten die Treibhausgasemissionen der Wärmeversorgung auf etwa 24.000 Tonnen pro Jahr sinken – das wäre ein Rückgang von mehr als 90 Prozent.
Um dieses Ziel zu erreichen, enthält der Wärmeplan einen umfangreichen Maßnahmenkatalog mit insgesamt 24 Maßnahmen, die bereits nach Priorität sortiert sind. So könnten künftig zum Beispiel öffentliche Gebäude verstärkt als sogenannte Ankerkunden für neue Wärmenetze gewonnen und die Abwärme der Kläranlagen gezielt genutzt werden.
 

Wichtig für Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien: Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument. Sie trifft keine verbindlichen Festlegungen für einzelne Gebäude und ersetzt keine individuelle Beratung.
Die dargestellten Wärmeversorgungsgebiete zeigen vielmehr auf, welche Lösungen aus heutiger Sicht langfristig als besonders wahrscheinlich und sinnvoll eingeschätzt werden. Ob und wann einzelne Wärmenetze tatsächlich gebaut oder erweitert werden, muss in weiteren Planungsschritten und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen geprüft werden.
Die Stadt Hamm versteht die Kommunale Wärmeplanung ausdrücklich als Startpunkt eines langfristigen Transformationsprozesses. Der Wärmeplan wird regelmäßig fortgeschrieben und muss nach den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes spätestens alle fünf Jahre aktualisiert werden.

Begleitet wurde die Erarbeitung bereits durch Beteiligungsformate mit Fachakteuren, Multiplikatoren und der Öffentlichkeit. Dieser Dialog soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Unser Tipp 

Auf der Seite der Stadtwerke Hamm können Sie mit Eingabe einer Adresse einen Fernwärme-Verfügbarkeitscheck durchführen und sehen, ob Sie bereits im Versorgungsgebiet liegen oder für Ihre Adresse Planungen vorliegen: www.stadtwerke-hamm.de

+++ Links +++

Wärmeplan der Stadt Hamm

Wärmeplan -  Stadtplan mit Eignungsgebieten

Fernwärmeverfügbarkeit (Stadtwerke)

Wärmedienstleistungen der Stadtwerke

Wärmekataster NRW

Kostenlose Veranstaltungsreihe der Verbraucherzentrale zum Thema ‘’Energie''

Kostenloser Wärmepumpen-Check der KlimaAgentur

Aktionstage “Heizkeller der Zukunft” 
      (Öko-Zentrum NRW im Auftrag des MWIKE NRW)

      Im Jahr 2026 werden insgesamt 16 Aktionstage 
       in ganz NRW durchgeführt. Hier können Sie sich 
      informieren, beraten lassen und Kontakte 
      zum lokalen Handwerk knüpfen.
      (zusätzlicher Online-Infoabend am 02.09.2026 
       über Zoom)

Wärmeplanungsgesetz (WPG)

Landeswärmeplanungsgesetz NRW (LWPG)

Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)

+++ Lesetipp +++

Wir möchten Ihnen mit dem folgenden Ratgeber die aktuellen Vorgaben zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) und zur kommunalen Wärmeplanung (KWP) verdeutlichen und zukunftsfähige Trends für Ihre persönliche Wärmewende aufzeigen.
Broschüre ‘’ZUKUNFTSTRENDS zur Gebäudeheizung''

Als Grundlage zum Heizungstausch kann folgende Broschüre dienen, die Sie beim Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen herunterladen können:  https://heizkellerderzukunft.nrw/downloads/

Gut zu wissen

Ein Mensch schreibt mit einem Laptop. Darüber liegen Symbole aus dem Umweltbereich
© Bussarin - stock.adobe.com

Was ist die kommunale Wärmeplanung und warum ist sie so wichtig?

Was ist die kommunale Wärmeplanung und warum ist sie so wichtig?

Gebäude werden zu einem großen Teil noch immer mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl beheizt. Diese Energieträger sind nicht nur teuer und müssen in der Regel importiert werden – sie sind auch schädlich für das Klima.

Fotomontage von einem Ingenieur mit einem Laptop der in einem Rohbau steht. Im Hintergrund sieht mal Heizungspläne.
© Grispb - stock.adobe.com

Was beinhaltet die kommunale Wärmeplanung in Hamm?

Was beinhaltet die kommunale Wärmeplanung in Hamm?

Die Wärmeplanung besteht aus 6 Schritten: aus der Ist-Analyse, mit den Erkenntnissen folgt eine Prognose und Potentialanalyse, gefolgt vom Zielszenario, der umfassenden Wärmewendestrategie und den daraus folgenden Maßnahmen. 

Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch mit Unterlagen und schaut sich ein Wärmebild an.
© Andrey Popov - stock.adobe.com

Was hat die Stadt Hamm bisher schon unternommen?

Was hat die Stadt Hamm bisher schon unternommen?

Noch bevor es durch den Gesetzgeber verpflichtend wurde, gab die Stadt 2023 die Erstellung eines ‚Fokuskonzepts Wärme‘ in Auftrag, um eine fundierte Analyse und Strategie als Grundlage für die Wärmeversorgung der Zukunft zu erhalten, das eine gute Grundlage für die Erstellung eines Kommunalen Wärmeplans für die Stadt Hamm bietet.

Eine Wärmepumpe im Garten eines Einfamilienhauses
© YouAreBeautiful - stock.adobe.com

In welchen Schritten wird eine kommunale Wärmeplanung in Hamm erarbeitet?

In welchen Schritten wird eine kommunale Wärmeplanung in Hamm erarbeitet?

Aus der umfassenden Analyse der aktuellen Wärmeversorgung kann eine Potentialanalyse erarbeitet werden. Aufbauend auf der Bestands- und Potenzialanalyse wird ein Entwicklungspfad zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung der Stadt Hamm beschrieben. Ein detaillierter Maßnahmenkatalog mit Leitprojekten wird daraus entwickelt, mit dem Fokus auf Maßnahmen, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden können.

Energieeffizienz-Pfeile liegen über einem Grundriss eines Hauses
© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Was bedeutet die kommunale Wärmeplanung für Hausbesitzer: innen in Hamm?

Was bedeutet die kommunale Wärmeplanung für Hausbesitzer: innen in Hamm?

Die kommunale Wärmeplanung hat zunächst keine Auswirkung auf Sie, sondern ist ein strategisches städtisches Planungsinstrument. Auch wenn der Wärmeplan vom Rat der Stadt Hamm beschlossen ist, folgt daraus kein direkter Handlungsbedarf für Ihre Heizungsanlage.

Eine Hand greift nach kleinen Modellhäusern auf einem Plan
© Nattawut - stock.adobe.com

Wie geht es weiter?
 

Wie geht es weiter?
 

In den kommenden Jahren wird die Umsetzung der geplanten Maßnahmen weitere Erkenntnisse zu technologischen Lösungen (z. B. Flusswärmepumpe) und quartiersspezifischen Konzepten (z. B. Fokusgebiet Feldgarten) liefern.

Kontakt

Team Wärmeplanung

Gustav-Heinemann-Straße 10
59065 Hamm
Fon: 02381 17-7101
E-Mail-Kontakt
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