Der junge Harold hat eine eher schwierige Beziehung zu seiner wohlhabenden Mutter, mit der er zusammen in einer Villa lebt. Nicht umsonst frönt er zwei seltsamen Hobbys, die - um es vorsichtig zu formulieren - bei seiner Umgebung Befremden hervorrufen: Er inszeniert realistische Schein-Suizide und er geht gerne auf Beerdigungen. Die erhoffte Aufmerksamkeit und Zuneigung seiner Mutter bekommt er dadurch allerdings nicht. Auf gesellschaftliche Stellung und Etikette bedacht, sieht sie angesichts dieser beunruhigenden Abnormitäten nur eine Rettung: Harold muss heiraten. Doch sämtliche Kandidatinnen flüchten panisch, wenn der junge Mann begeistert das nächste Selbstmord-Szenario inszeniert.
Und so braust er mit seinem zu einem Leichenwagen umgebauten Cadillac fröhlich zu den nächsten Beerdigungen. Dabei trifft er immer wieder auf die 79-jährige Maude, die vor Lebenslust, Energie und Abenteuerfreude nur so sprüht. Die beiden freunden sich an und ziehen fortan gemeinsam ihre Runden. Harold erfährt durch Maudes unbändige Kreativität eine nicht gekannte Lebensfreude und emanzipiert sich immer mehr von seiner dominanten Mutter. Gemeinsam verunsichern die beiden mit ihren unkonventionellen Aktionen die halbe Stadt. Und Harold beschließt, Maude an ihrem 80. Geburtstag zu heiraten. Was aber in direkten Gegensatz zu dem steht, was sie selbst für diesen Tag geplant hat.
Bei ihrem Erscheinen 1971 fiel die schwarze Komödie von Regisseur Hal Ashby mit Oscar-Preisträgerin Ruth Gordon und Bud Cort in den Titelrollen beim Filmpublikum glatt durch. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich aber sukzessive zum Publikumsliebling und gilt heute als Kultfilm. Das Drehbuch von Colin Higgins war die Abschlussarbeit eines Seminars, kurz nach Veröffentlichung des Films schrieb er es in einen Roman und ein Theaterstück um.