Wie tragisch das Original auch sein mag – wenn Lafrenz sich der Umsetzung annimmt, kann das Publikum sicher sein, dass die Komik nicht zu kurz kommt. Mit einem Temperament sondergleichen, vielfältiger Gestik und Mimik und mit zusätzlichen Texten voller Originalität, verkörpert er in ganz und gar eigener Weise sämtliche Rollen. Und seine Bilanz kann sich sehen lassen: Elf Shakespeare-Solos sind in diesem Zeitraum entstanden, über 5.000 Vorstellungen wurden vor über 800.000 Zuschauer:innen gespielt, über 2,5 Millionen Kilometer zu den einzelnen Gastspielorten gefahren.
Nun stellt er den Meister selbst in den Mittelpunkt: Eine Hommage an William Shakespeare, gespickt mit Einblicken in dessen Leben und verbunden mit Ausschnitten aus einigen der bekanntesten Werke des weltweit meistgespielten Bühnenautoren. Der der Welt einen Spiegel vorgehalten und die grundsätzlichen Themen der Menschheit wie Liebe, Freundschaft, Tod, Macht, Gier, Hass Eifersucht und Neid in immer wieder neuen Facetten bearbeitet hat.
Ganz allein kommt Bernd Lafrenz dieses Mal aber nicht: Thomas Roth, Ausnahme-Nyckelharpa-Spieler und Grenzgänger zwischen musikalischen Welten, schafft mit seinem Spiel eine spannende Atmosphäre. Stimmungsvoll unterlegt er die einzelnen Szenen und sorgt für Dramatik, Beseeltheit, Wuchtiges, enorm Elegantes - kurzum, Verspieltheiten aller Art.
1982 gründete Bernd Lafrenz sein Theater "König Alfons", 1983 feierte mit "Hamlet" sein erstes Shakespeare-Solo Premiere, dem mit Macbeth und Othello zwei weitere Tragödien folgten. 1994 (bis 2020) kam Regisseur Abel Aboualiten an Bord, der in Paris bei Marcel Marceau ausgebildet wurde. Unter seiner Regie entstanden auch die ersten Komödien (Ein Sommernachtstraum, Der Widerspenstigen Zähmung, Was ihr wollt, Die lustigen Weiber von Windsor).