Eine der größten ethnischen Bevölkerungsgruppen Gabuns sind die Fang – die zusammen mit den Beti, Bulu und Yaunde aufgrund ihres gemeinsamen kulturellen Erbes auch als Ekang bezeichnet werden. Das Mvett Oyang der Ekang wurde 2025 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Tsira Ndong Bibang ist ein Mvett-Epensänger und Meistermusiker aus Gabun, der diese Kunst nun im Rahmen des Klangkosmos erstmals überhaupt nach Europa bringt. Gemeinsam mit seinen beiden Mitmusikern spielt er ein spannendes Konzert mit alten und brandaktuelle Geschichten, Weisheiten und magischen Klängen seiner Heimat.
Der Begriff Mvett leitet sich vom Verb avett ab, was „aufsteigen“ bedeutet. Mvett offenbart eine symbolische Vorstellung vom inneren Raum des Menschen, der aus drei Hohlräumen - Mund-, Brust- und Bauchraum - besteht, die einander ergänzen und eine Weltsicht ausdrücken, in der sich ein äußerer und ein innerer Raum gegenüberstehen. Geschichten, Erzähler, Instrument und Musiker: Mvett Oyang bezeichnet das Singen von lebendigen, mündlich überlieferten Epen und aktuellen Weisheiten, begleitet von Tanz und dem Spiel auf dem ikonischen Saiteninstrument gleichen Namens. Es gibt zwei Formen: die sakrale und die populäre. Die sakrale Form wird bei wichtigen Anlässen aufgeführt und folgt einem strengen Initiationsprozess zur Weitergabe, während die populäre Form flexibler ist und sowohl bei öffentlichen Feierlichkeiten wie aktuellen Konzert-Formaten gespielt wird.
Tsira Ndong Bibang, mit bürgerlichem Namen Rodrigue Robert Ndong Bibang, wurde 1975 im Dorf Koss Mimbayom im Kanton Kyé im Norden Gabuns geboren und lernte die Kunst des Mvett von seinem Vater. In Anerkennung seiner herausragenden Rolle als traditioneller Mvett-Epensänger wurde ihm der Ehrentitel Tsira verliehen. Er setzt sich für eine stärkere Anerkennung dieses uralten immateriellen Kulturerbes und der Kunst des Spiels auf dem eindrucksvollen Saiteninstrument Mvett ein und ist zudem im Umweltschutz aktiv.
Eintritt frei! Wir freuen uns aber über eine Spende zugunsten des Fördervereins Stadttheater Hamm e. V., der den Klangkosmos unterstützt.