"Manifeste"

Int. Jazzfest Hamm: Tigran Hamasyan (solo)

Pianist und Komponist Tigran Hamasyan gilt als eine der spannendsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz: Beim Jazzfest stellt er am Samstag, 18. April, um 18:00 Uhr im Kurhaus sein aktuelles Album vor, was erst Anfang Februar erschienen ist.

Pianist und Komponist Tigran Hamasyan gilt als eine der spannendsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz, dessen Klang unverwechselbar ist: scheinbar mühelos verwebt er kraftvolle Jazzimprovisationen und Post-Rock mit der reichen musikalischen Tradition seiner Heimat Armenien. Aufgewachsen inmitten verschiedenster musikalischer Einflüsse, begann er als Dreijähriger mit dem Klavierspiel, hatte mit 11 Jahren bereits zahlreiche Festival-Auftritte und gewann als Sechzehnjähriger den Klavierwettbewerb des Montreux Jazz Festivals. Ein Jahr später erschien sein erstes Album, 2006 belegte er beim Thelonius-Monk-Wettbewerb den ersten Platz. Weitere Alben und Preise folgten, darunter u. a. der Echo Jazz Award Instrumentalist:in international (2016) und der Deutsche Jazzpreis Piano international (2021).

Hamasyan erforscht Ausdrucksformen, Tempi und Texturen. Die Kunst der Improvisation, die er durch den klassischen Bebop erlernte, bildet die Basis seiner elektronischen Experimente, die von der Erkundung ungerader Metren bis zum Flirt mit Heavy Metal reichen. Ein äußerst produktives Spannungsfeld, das ihm neben einem äußerst diversen Publikum zahlreiche internationale Auftritte, Kollaborationen mit anderen Künstler:innen und Lob von musikalischen Größen wie Chick Corea, Herbie Hancock und Brad Mehldau bescherte.

Beim Jazzfest stellt er sein aktuelles Album vor: „Manifeste“, sein bis dato kompromisslosestes Werk. Die Musik variiert zwischen explosiven rhythmischen Strukturen und Momenten meditativer Einkehr, vermischt die zeitlose Poesie vergangener Zeiten mit dem Hier und Jetzt. Ein komplexer und dichter Klangteppich, der eine große Vielfalt unterschiedlichster Stimmungen und Farben, zart gewebter Texturen und subtil verflochtener Motiven offenbart. Auf raffinierte Weise verbinden sich rockige Klänge, traditionelle Folklore, Jazzimprovisationen, synthetische Grooves und mystische Chöre zu einem homogenen Kosmos – unverfälscht, modern und archaisch zugleich.

Tigran Hamasyan

© Arnos Martirosyan