Klassische Balkanplatte

Borsch4Breakfast

Das erste Kammerkonzert des Westfälischen Musikfestivals: Das Ensemble Borsch4Breakfats ist am 16. Juni, um 19:30 Uhr in der Hauptstelle der Sparkasse Hamm zu hören.

Die Balkan-Anleihen des Ensembles sind unverkennbar: nicht nur im Namen, der auf den leuchtend roten Eintopf anspielt, sondern auch in seiner Musik. Osteuropäische Folklore, Balkan-Jazz und Anleihen bei der Klassik fließen in den kreativen Arrangements der vier jungen Profimusiker ineinander. Da kann es schon mal passieren, dass aus dem „Danse macabre“ von Camille Saint-Saëns ein „Danse macaborsch“ wird: eine Phantasmagorie mit einer solchen Fülle von Klangfarben, dass es dem Original zur Ehre gereicht. Möglich auch, dass das deutsche Volkslied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ auf Motive aus Smetanas „Moldau“ trifft oder sich unvermutet mit dem englischen Shanty „What shall we do with the drunken sailor“ verbinden. Zudem ist mit einer „Borscheley“ zu rechnen: einer musikalisch-kabarettistischen Metastudie über Werke, die sich mit dem Mythos der Loreley auseinandersetzen. Neben tänzerisch geprägten Nummern voll mitreißender Rhythmen gibt es immer wieder Raum zur Kontemplation.

Die vier Musiker sehen sich in der Tradition von Feldforschern wie Béla Bartók, Joseph Haydn oder Johannes Brahms, die Volksmusik bewusst in den Konzertkontext zurückführten. In ihren Biographien spiegeln sich unterschiedliche kulturelle Prägungen. Ionel Ungureanu (Violine/Bratsche) ist Sohn rumänisch-tschechischer Eltern. Henrik Dewes (Gitarre) kommt aus Trier, Christoph Rehorst (Kontrabass und Moderation) aus Heidelberg, Ratko Pavlovic (Akkordeon) wuchs in Serbien auf. Gemeinsam pflegen sie eine musikalische Eigenständigkeit, bei der jeder seine persönlichen Lieblingszutaten in den Eintopf rühren darf – und zusammen servieren sie ein musikalisches Frühstück voller Überraschungen.

Das Konzert findet im Rahmen des KlassikSommer Musikpreises statt.

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© Michael Wegler