Der Musiker hat das zeitlos gültige Spiel um Macht und Gier auf das Wesentliche verdichtet. Als Pianist und Moderator präsentiert er acht musikalische Bilder, die den Bogen vom Einzug nach Walhall bis zu Siegfrieds Tod spannen. So wird die Genialität der Tetralogie in konzentrierter Form erfahrbar.
In seiner rund 70-minütigen Fassung lässt Zvyagin die wichtigsten Themen, Szenen und Motive am Klavier aufscheinen. Dabei verbindet er profundes Wissen mit feinem Humor: Eine Mischung, die sowohl Kenner als auch neugierige Ersthörer ansprechen dürfte. Denn wie bei den alten Griechen sind die Götter auch bei Richard Wagner allzu menschlich. Wotan, der germanische Zeus, baut sich ein pompöses Schloss – doch er kann es nicht bezahlen. Er ist der Hüter der Verträge, findet aber, dass sie im Zweifel nur für andere gelten sollen, nicht für ihn selbst. Ehekrach inklusive.
Zvyagins Projekt ist mittlerweile zu einem zentralen Bestandteil seines künstlerischen Weges geworden. Sein „Ring“ wurde in renommierten Häusern im In- und Ausland aufgeführt – vom Konzerthaus Blaibach über die Steinway-Häuser in München und Düsseldorf bis nach Reykjavik.
Das Konzert findet im Rahmen des KlassikSommer Musikpreises statt.