Der Neubau ist auf einem städtischen Grundstück an der Römerstraße nahe des Nienbrügger Bergs vorgesehen und soll nach aktueller Planung in den kommenden Jahren realisiert werden.
„Das Tierasyl leistet eine unverzichtbare Aufgabe für unsere Stadt – im Tierschutz, aber auch im ordnungsbehördlichen Bereich“, betont Oberbürgermeister Marc Herter. „Mit dem Neubau schaffen wir endlich zeitgemäße Bedingungen für Tiere und Mitarbeitende und investieren nachhaltig in eine wichtige kommunale Pflichtaufgabe.“ Die Gesamtinvestition für das Projekt liegt nach aktuellen Planungen bei rund 6,5 Millionen Euro.
Alte Gebäude stoßen seit Jahren an ihre Grenzen
Das Tierasyl der Stadt Hamm befindet sich derzeit direkt am Eingang des Tierparks und besteht aus mehreren Gebäuden, deren Kern aus dem Jahr 1977 stammt. Die Anlagen sind baulich stark überaltert und entsprechen in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Tierschutz, Arbeitsschutz und Energieeffizienz. Auch die Kapazitäten reichen längst nicht mehr aus. Das Tierasyl kann derzeit etwa 18 Hunde und rund 65 Katzen aufnehmen – Plätze, die nahezu dauerhaft belegt sind. In Spitzenzeiten kommt es dadurch zu Engpässen bei der Aufnahme von Fund- oder beschlagnahmten Tieren.
Drei Gebäude und deutlich mehr Platz für Tiere
Am neuen Standort entsteht ein modernes Ensemble aus drei Gebäuden: einem Haupthaus sowie jeweils einem Gebäude für Hunde und Katzen. Insgesamt stehen künftig rund 960 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – deutlich mehr als am heutigen Standort. Im Haupthaus werden unter anderem Besucherbereich, Büros, Besprechungsräume, Umkleiden, eine Futterküche, medizinische Versorgungsräume und Aufenthaltsbereiche für Mitarbeitende eingerichtet. Auch Vögel und Kleintiere werden dort untergebracht. Das Hundehaus wird über 22 Zwinger mit angeschlossenen Außenbereichen verfügen. Im Katzenhaus entstehen 13 Räume für Katzen – ergänzt durch Quarantänebereiche, Futterküche und Waschmöglichkeiten. Das gesamte Gelände umfasst rund 4.700 Quadratmeter und bietet neben den Gebäuden auch Auslaufflächen. Die Bestandsflächen des derzeitigen Tierasyls an der Grünstraße werden als optionale Erweiterungsfläche für den Tierpark vorgehalten.
Mehrjährige Standortsuche
Dem Neubau ging eine mehrjährige Standortsuche voraus. Insgesamt zwölf mögliche Flächen wurden geprüft, sechs davon näher untersucht. Kriterien waren unter anderem Erreichbarkeit, Abstand zu Wohnbebauung, Infrastruktur sowie Natur- und Landschaftsschutz.
Der Standort an der Römerstraße erwies sich schließlich als die beste Lösung. Er liegt verkehrlich gut erreichbar, gleichzeitig weit genug von Wohngebieten entfernt, um mögliche Lärmbelastungen durch Hundegebell zu vermeiden. Der Neubau wird in Holzrahmenbauweise errichtet und soll hohe energetische Standards erfüllen. Geplant sind unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauptgebäudes sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Wärmeversorgung.
Auch Dachbegrünungen und recyclingfähige Baustoffe sind vorgesehen. Ziel ist ein möglichst nachhaltiger Betrieb der Anlage bei gleichzeitig hohen Standards für Tierhaltung und Arbeitsbedingungen.
Entwurf aus der Feder des Tierpark-Chefs
„Wir planen ein Tierasyl, das sowohl den Anforderungen des Tierschutzes als auch den praktischen Abläufen im Alltag gerecht wird“, erklärt Stadtbaurat Andreas Mentz. „Der neue Standort bietet dafür deutlich bessere räumliche Voraussetzungen.“ Auch Tierpark-Chef und Architekt Sven Eiber, aus dessen Feder der Entwurf stammt, freut sich über die neuen Möglichkeiten am Standort in Bockum-Hövel: „Der Neubau wird ein großer Schritt nach vorne – für die Tiere und für die Mitarbeitenden. Wir bekommen endlich eine Einrichtung, die langfristig tragfähig und funktional ist.“
Baustart in 2027
Der Bau des Tierasyls wird durch die Hamm.Invest umgesetzt werden. Nach dem erforderlichen Ratsbeschluss am 24. März folgen die weiteren planerischen Schritte. Nach aktueller Einschätzung könnte der Baustart im zweiten Quartal 2027 erfolgen.
Für Tierasyl-Leiterin Katja Skriginski ist das Projekt auch emotional von großer Bedeutung:
„Viele von uns arbeiten seit Jahren unter schwierigen Bedingungen – deshalb bedeutet der Neubau sehr viel für unser Team. Vor allem aber profitieren die Tiere von deutlich besseren Unterbringungsmöglichkeiten.“
Stadt Hamm plant modernes Tierasyl an der Römerstraße
Kontakt
Geschäftsführer: Sven Eiber
Grünstraße 150
59063 Hamm
Fon: 02381 914990
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