10.04.2017

Teilnahme am European Energy Award®

Der „European Energy Award“ (eea) ist ein Qualitätsmanagementsystem, das die kommunale Energie- und Klimaschutzpolitik verbessern, die Energieeffizienz steigern und den Einsatz regenerativer Energien fördern soll. Es zielt auf Kommunen, die ein entscheidendes Basiselement in der Klimaschutzpolitik darstellen und ist in sogenannten Managementzyklen organisiert. Durch die Teilnahme am eea können Kommunen ihre Energiearbeit mit konkreten Daten belegen, nachvollziehbar darstellen und die Entwicklung turnusgemäß dokumentieren.

Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und Einsatz von klimafreundlichen Energieträgern stellen neben der Klimaanpassung wichtige Leitmarken auf dem definierten und auch politisch beschlossenen Weg dar. Neben der Steigerung des Anteils regenerativer Energien im Stadtgebiet, gibt es viele Maßnahmen der Energieeinsparung, Effizienzsteigerung, Modernisierung, Contracting, Beratung usw., die Kosten verringern und Treibhausgase reduzieren. Energieplanung und Klimaschutz gehen Hand in Hand und helfen auch den Strukturwandel in der Region abzufedern.

Der eea zielt auf Maßnahmenbereiche, die durch die Kommune direkt beeinflussbar sind: Entwicklungsplanung/Raumordnung, Kommunale Gebäude/Anlagen, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, Interne Organisation, Kommunikation/Kooperation. Die auf mindestens vier Jahre ausgelegte Teilnahme am eea wird durch ein sogenanntes Energieteam begleitet, in dem neben zahlreichen Fachämtern auch Tochterunternehmen eingebunden sind.

Im Sinne des European Energy Awards ist das Energieteam „Motor“ und „Entwicklungszentrale“ des Zertifizierungsverfahrens in der Kommune. Es ist für die „Ist-Analyse“, Selbstbewertung, Erstellung des Energiepolitischen Arbeitsprogramms, Ausarbeitung von Projektvorschlägen, Umsetzung von Projekten, die politisch beschlossen und nicht an Externe vergeben wurden und für die Steuerung des Gesamtprozesses zuständig. Innerhalb des Energieteams werden regelmäßige Workshops mit unterschiedlicher Zielsetzung in sich jährlich wiederholenden Zyklen durchgeführt. Hierdurch lassen sich Veränderungen und Entwicklungen erkennen und für die weitere, energiepolitische Arbeit nutzen.

Mit Hilfe der jährlichen Maßnahmenplanung können die Maßnahmenbereiche zusätzlich gestärkt werden. Das Verfahren ist durchgängig transparent, dynamisch, teamorientiert und vernetzt. Es ist standardisiert und ermöglich somit einen objektiven Vergleich mit anderen Kommunen (Benchmarking). Sowohl die Maßnahmen, als auch die jährlichen Audit-Berichte werden den politischen Gremien vorgestellt und auch dem Land NRW als Fördergeber zur Verfügung gestellt. Gerade Kommunen mit defizitärer Haushaltslage werden seitens des Landes NRW durch hohe Förderquoten zur Teilnahme am eea ermutigt.

In NRW wird die Arbeit interkommunal durch die Energieagentur NRW koordiniert, die Bundesgeschäftsstelle des eea, die B.&S.U. (Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH),  befindet sich in Berlin. Durch die vom Rat grundsätzlich beschlossene Teilnahme am European Energy Award wird die Energiearbeit systematischer und zielgerichteter. Sie durchläuft turnusgemäß Managementzyklen, die grundlegende Daten erheben, Verbesserungspotenziale ergründen und Entwicklungen erkennen lassen.

Mit Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem Land NRW/der Energieagentur NRW und dem Oberbürgermeister hat sich die Stadt Hamm verpflichtet, ihre Energiearbeit zu optimieren und hierfür ein vielfach kommunal erprobtes, dynamisches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für die Dauer von zunächst vier Jahren zu nutzen, das bei entsprechender Maßnahmenplanung und -umsetzung i. d. R. mit der Verleihung des European Energy Award in Silber honoriert wird und der Stadt ein energieeffizientes Agieren bescheinigt. Zur Erreichung dieses Zieles müssen aus einem europaweit vorgegebenen Kriterienkatalog mindestens 50% erfüllt sein, die durch eine externe Prüforganisation im Rahmen eines Externen Audits ermittelt wurden. Als Option kann anschließend die Zertifizierung in Gold angestrebt werden, die mit einem mindestens 75% Erfüllungsgrad innerhalb eines europaweit aufgestellten Kriterienkatalogs einhergeht. Mehrere deutsche Städte haben bereits den Gold-Status erreicht. Die Auszeichnung gilt für drei Jahre, danach muss im Rahmen eines externen Audits nachgewiesen werden, ob die Kriterien der Auszeichnung noch erfüllt sind.

Im Jahr 2011 wurde in Hamm ein erstes internes Audit durchgeführt und anschließend den politischen Gremien vorgestellt. Die am 26.09.2012 durch den TÜV Rheinland als unabhängige Prüforganisation durchgeführte externe Auditierung hat ergeben, dass die Stadt Hamm nach noch nicht einmal zwei Jahren Teilnahme bereits 72% (effektive 306,4 von 424,0 möglichen Punkten) erreicht hat. Die Einzelergebnisse in den Maßnahmenbereichen betragen: 68% bei der Entwicklungsplanung/ Raumordnung, 54 % bei den Kommunalen Gebäude und Anlagen, 84% bei der Versorgung/ Entsorgung, 84% bei der Mobilität, 80% bei der internen Organisation und 71% im Bereich Kommunikation/ Kooperation.  Das Ergebnis blieb damit knapp unter der vom eea-Berater vorgenommenen Bewertung. Neben weiteren 23 Kommunen wurde die Stadt am 13.11.2012 von Herrn Minister Remmel (MKUNLV NRW) in Oberhausen ausgezeichnet. In den Folgejahren 2013 und 2014 fanden interne Re-Auditierungen durch den eea-Berater statt, die insgesamt gemittelt 65% bzw. 73% Erfüllungsgrad ergaben.

Nach erfolgreichem Abschluss der Einstiegsförderung, konnte die eea-Teilnahme im Rahmen einer Folgeförderung (2015-2018) mit einer neuen eea-Beraterin fortgesetzt werden. Die Anpassung des Bewertungskatalogs an neue, nachhaltigere Zielvorgaben durch die eea-Bundesgeschäftsstelle, hat bei vielen Kommunen zu einer Abwertung der Zielerreichungsgrade um etwa 5 % geführt. Daneben wurde durch den Fördergeber eine Anpassung des Projektzeitraums und der Auditierungsintervalle bei der Folgeförderung auf Antrag und Beschluss hin in Aussicht gestellt, die seitens der Stadt Hamm angenommen wurden.

Die externe Re-Auditierung der neuen Förderperiode fand am 08.12.2016 statt. Das Endergebnis ergab gerundet 68 %: (MB1: 58%, MB2: 51%, MB3: 56%, MB4: 86%, MB5: 81%, MB6: 75%). Damit wird die Stadt erneut mit dem eea in Silber ausgezeichnet und positioniert sich erneut im oberen Drittel des Benchmarks der Großstädte.

Organisation des eea in Hamm:

Organisatorische Zusammensetzung des eea-Teams