Ein abgelegenes Hotel, irgendwo im Nirgendwo, in dem die Zeit festgefroren zu sein scheint: Alle Uhren stehen wie festgenagelt auf 13:30 Uhr, alle Kalender zeigen den 16. August 1977. Ein schäbiges 1970er-Jahre Interieur mit den bekannten Mustern, brauner Lampenschirm, Nussbaum-Kommode und Schalensessel inklusive. Und auch die einzigen Gäste – vier an der Zahl - wirken wie aus der Zeit gefallen. Ein aufstrebender Rockstar, ein Leinwandheld, ein Vergessener und eine müde Legende. Auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemeinsam, sind sich bei genauerem Hinsehen aber doch ähnlicher, als gedacht. Ihre Dialoge sind geprägt von gegenseitigen Vorwürfen, Provokationen, aber auch tiefer Trauer und Verlust - ein rasanter Ritt auf der Rasierklinge zwischen Komik und Tragik. Die vier sind die schillernden Facetten einer komplexen Persönlichkeit: Elvis Presley, Weltstar, Jahrhundertstimme, aber auch Suchender und Getriebener.
"Heartbreak Hotel" begibt sich auf Spurensuche im Leben eines Mannes, der so gründlich durchleuchtet wurde, dass jede(r) meint, ihn zu kennen und am Ende scheinbar keine Geheimnisse mehr übrig bleiben: reich, aber doch unendlich arm, braver Soldat, aber auch das „Monster“ aus Las Vegas, Herzensbrecher und Zurückhaltender, Hinterwäldler und Jahrhundertgenie. Ein musikalischer „Tauchgang“ in die Vergangenheit eines unsterblichen Idols, von den Anfängen des aufstrebenden Stars bis zur abgehalfterten, medikamentensüchtigen Legende. Verbindendes Element zwischen den einzelnen Spielszenen sind seine großartigen Songs. Live gesungen und mit versierter instrumentaler Unterstützung von stimmstarken Darstellern auf die Bühne gebracht, die daneben auch körpersprachlich überzeugen. Ein theatralisch-musikalischer Nachruf auf den ersten echten Weltstar der Postmoderne.