Haberkamp (* 1989) wuchs in einem von klassischer Musik und Jazz geprägten Elternhaus auf. Was zweifelsohne dazu führte, dass sie neben ihrer klassischen Klavierausbildung parallel eine enge künstlerische Verbindung zum Jazz entwickelte. Sie tourte mit dem Jugendjazzorchester NRW und dem Bujazzo, studierte Jazzklavier in Berlin und Komposition in Hamburg. Ein Klaviertrio zu leiten gehört zu den Konstanten ihrer Karriere: Ihr erstes Trio gründete sie 2010. Mit dem „Newcomer Award“ des Festivals Jazz Baltica realisierte sie 2011 die Erstveröffentlichung des Trios. 2025 wurde sie mit dem Westfalen Jazzpreis ausgezeichnet.
Seit 2022 gehört der norwegische Schlagzeuger Jarle Vespestad neben dem Bassisten Oliver Potratz als fester Bestandteil zum Trio. Das Album „Plateaux“ (2024), das sie für ihr Konzert im Jazzforum im Gepäck haben, ist die erste gemeinsame Einspielung der drei. Und stellt eindrucksvoll ihr erstaunliches Spektrum an Stilen und Spielarten unter Beweis. Haberkamp sagt dazu: „Wir spielen auf dem gleichen Fundament und sind in jedem Augenblick bereit, neue Richtungen einzuschlagen. Das erfordert eine hohe Bereitschaft, Risiken einzugehen. Ich kann manchmal die Verantwortung einfach abgeben und mich losmachen.“
Ihre beiden Mitverschwörer sind sehr feinsinnige, raffinierte Musiker und gehören einer etwas älteren Generation an als sie selbst. Bassist Oliver Potratz ist einer der gefragtesten Vertreter seines Instruments in Deutschland, Jarle Vespestad kann auf vielfältige Erfahrungen (u. a. Farmers Market und Tord Gustavsen Trio) zurückblicken. Dennoch ist es die enorm versierte Pianistin, die die Richtungen zeigt, die der Musik ihre Formen und ihren Kollegen ihre rhythmischen und harmonischen Herausforderungen gibt.