In seiner Ansprache verband Herter die Ehrung mit einem Dank an alle Menschen, die sich in Hamm über ihr berufliches oder ehrenamtliches Engagement hinaus für das Gemeinwohl einsetzen. „Eine Stadt wird nicht durch ihre Grenzen zusammengehalten, sondern durch Menschen, die anpacken. Diese drei stehen dafür, aber auch für ihre jeweils eigene besondere Geschichte“, betonte der Oberbürgermeister.
Dr. Rainer Löb: Mediziner mit Herz für seine Wahlheimat
Seit mehr als 20 Jahren prägt Dr. Rainer Löb die medizinische Versorgung in Hamm. Als Chefarzt und langjähriger Ärztlicher Direktor der St. Barbara-Klinik hat der Facharzt für Anästhesiologie sowie Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin die Entwicklung seines Fachbereichs entscheidend mitgestaltet. Darüber hinaus wirkte er als Leitender Notarzt, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und Bundesarzt des Malteser Hilfsdienstes.
Unter anderem als ständiger Diakon der katholischen Pfarrei St. Franziskus und als Vorsitzender des Fördervereins der Städtischen Musikschule engagierte und engagiert sich Löb ehrenamtlich.
„Sie haben ein starkes Bekenntnis zu Ihrem neuen Lebensort abgelegt“, würdigte Marc Herter den gebürtigen Sachsen, der 2003 nach Hamm kam und die Stadt bewusst zu seiner Heimat machte. Dr. Löb selbst unterstrich, dass ihm Hamm dieses Ankommen leicht gemacht habe: Die Menschen hätten ihn und seine Familie mit offenen Armen aufgenommen. Sein Engagement sei deshalb nie Pflicht gewesen, sondern Ausdruck seiner Dankbarkeit.
Siegbert Künzel: Sachverstand, Beharrlichkeit und ein Blick fürs Ganze
Mit Siegbert Künzel würdigt die Stadt einen Ehrenamtler, der das öffentliche Leben Hamms über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Fast 40 Jahre lang war er als Geschäftsführer der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen tätig, engagierte sich in den Bezirksvertretungen Hamm-Herringen und Hamm-Mitte sowie mehr als drei Jahrzehnte im Ausschuss für Stadtentwicklung.
Über Parteigrenzen hinweg genoss Künzel große Anerkennung für seine außergewöhnliche Sachkenntnis, seine gründliche Vorbereitung und sein hartnäckiges, zugleich stets respektvolles Nachfragen. „Die Beschlüsse der Stadtverwaltung sind besser geworden durch Dich“, sagte Herter.
Auch außerhalb der Kommunalpolitik engagiert sich Künzel seit vielen Jahren unter anderem bei der Hammer Tafel, in der Kulturbrücke Hamm-Kalisz sowie im Internationalen Club Hamm. Vielen Hammerinnen und Hammern ist er darüber hinaus als Karikaturist bekannt, der mit seinen Jahresrückblicken das politische Geschehen der Stadt über viele Jahre humorvoll kommentierte.
Anne Böse: Klare Haltung und großes Engagement
Mit Anne Böse erhält eine Persönlichkeit den Wappenteller, die sich seit Jahrzehnten für Gleichstellung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Interessen von Frauen in Hamm einsetzt. Als Vorsitzende der Hammer Frauenverbände vertritt sie gemeinsam mit den angeschlossenen Organisationen rund 20.000 Frauen und bringt deren Anliegen mit Nachdruck in die Stadtgesellschaft ein.
Nach ihrer journalistischen Tätigkeit beim Westfälischen Anzeiger und der Lippewelle Hamm engagierte sich Anne Böse unter anderem in der Gewerkschaftsarbeit. „Mit klarem Wort“ verfolge sie ihre Ziele, sagte Marc Herter. „Zuständigkeiten und Vorlieben sind für Anne kein Hindernis.“ Die Hammer Frauenverbände seien eine „Stadtgesellschaft im Kleinen“ – und Anne Böse eine prägende Stimme für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe.
Da Anne Böse nicht persönlich an der feierlichen Ratssitzung teilnehmen konnte, wird ihr der Wappenteller zu einem späteren Zeitpunkt durch den Oberbürgermeister überreicht.
Ehemalige Ratsmitglieder feierlich verabschiedet
Im Anschluss an die Verleihung der Wappenteller verabschiedete der Rat der Stadt Hamm die 26 Ratsmitglieder, die mit dem Ende der zurückliegenden Wahlperiode aus dem Gremium ausgeschieden sind. Marc Herter dankte ihnen für ihren teils jahrzehntelangen Einsatz.
Stellvertretend würdigte er Monika Schnieders-Pförtzsch, die dem Rat 26 Jahre angehörte und sich insbesondere für die Kultur engagierte, den langjährigen ehrenamtlichen Bürgermeister Oskar Burkert, der 36 Jahre Ratsmitglied war, sowie Reinhard Merschhaus, der seit 1984 dem Rat angehörte und als pointierter Redner sowie prägende Stimme der Hammer Kommunalpolitik in Erinnerung bleiben wird.