Hamm feiert in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen und nimmt dabei auch seine Zukunft in den Blick. Ein besonderer Anlass für internationalen Austausch war am 24. und 25. September 2026 die Partnerschaftskonferenz zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – auch bekannt als Sustainable Development Goals, kurz SDGs. Vertreterinnen und Vertreter aus Hamm sowie aus den Partnerstädten Mazatlán in Mexiko sowie Santa Monica und Chattanooga aus den USA kamen letzte Woche in Hamm zusammen, um gemeinsam über die Themen Abfall- und Wasserwirtschaft sowie die Umsetzung der SDGs zu diskutieren. Dabei ging es nicht um einen reinen Austausch von Informationen: Die beteiligten Städte brachten ihre eigenen Erfahrungen und Ideen ein und suchten gemeinsam Lösungsansätze für globale Herausforderungen, die sie miteinander verbinden. So verbindet die Stadt Chattanooga beispielsweise das Thema Starkregenvorsorge und Kunst, indem ein öffentlicher Landschaftspark so gestaltet wurde, dass die geschaffenen Kunstobjekte und Strukturen Regenwasser auffangen, das anschließend entweder aufbereitet oder in Rückhaltebecken umgeleitet wird.
„Hamm ist international gut vernetzt. Unsere Städtepartnerschaften sind dabei weit mehr als Begegnungen auf politischer Ebene. Sie bieten die Chance, voneinander zu lernen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und neue Projekte anzustoßen“, sagt Annika Behrens, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik bei der Stadt Hamm. „Gerade bei Themen wie Klimaanpassung, Wasser und Abfallwirtschaft stehen Städte weltweit vor ähnlichen Herausforderungen, auch wenn die jeweiligen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich sind“, ergänzt Wilma Großmaas, Klimafolgenanpassungsmanagerin bei der Stadt.
Hamm zeigt, was kommunale Nachhaltigkeit praktisch bedeutet
Als Gastgeberin gab die Stadt Hamm ihren internationalen Gästen Einblicke in die eigene kommunale Praxis. Sowohl Exkursionen zum Wertstoffhof sowie zum Maxipark als auch Fachgespräche mit Vertreter:innen des Lippeverbands und des ASH ermöglichten eine thematische Vertiefung.
Damit knüpfte die Konferenz an das Engagement der Stadt Hamm für die globalen Nachhaltigkeitsziele und deren Umsetzung auf kommunaler Ebene an. Besonders relevant waren dabei die Ziele Nummer 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“, Nummer 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und Nummer 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Passend dazu unterzeichnete Oberbürgermeister Marc Herter am 27. September am Rande des GenussFests und unter Beteiligung der Delegation aus Mazatlán die „2030 - Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“. Mit Unterzeichnung der lokalen Agenda bekennt sich die Stadt Hamm zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie zur entscheidenden Rolle, die Städte und Kommunen bei der Gestaltung von nachhaltiger Entwicklung spielen. Gleichzeitig fordern die Unterzeichnungskommunen ein, dass Städte und Kommunen mit den entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden müssen, um diesen lokalen sowie globalen Herausforderungen gerecht werden zu können.
Städtepartnerschaften als Brücken in die Welt
Neben dem fachlichen Austausch spielte am Rande der Konferenz auch die Begegnung eine wichtige Rolle. Der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, zum Beispiel des Forums für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE e.V.) sowie ein Empfang des Oberbürgermeisters und gemeinsame Aktivitäten mit dem Internationalen Club Hamm e.V. schafften Raum für persönliche Kontakte und neue Netzwerke. Damit zeigt die Konferenz auch, welche Bedeutung internationale Städtepartnerschaften für Hamm heute haben: Sie verbinden Menschen, Kommunen und Organisationen über Grenzen hinweg und schaffen Räume für gemeinsames Lernen und Handeln.
Gefördert wurde die Konferenz durch einen Kleinprojektefonds Kommunale Entwicklungspolitik der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).