Doppelhaushalt 2026/27 genehmigt

Grünes Licht für zielgerichtete Investitionen

Ein Volumen von 2,23 Milliarden Euro, rund 157 Millionen Euro an Investitionen – und Vertrauen trotz finanzieller Lücke: Die Bezirksregierung Arnsberg hat den Doppelhaushalt für 2026/27 sowie das Haushaltssicherungskonzept genehmigt.

Der Doppelhaushalt für 2026 und 2027 hat ein Gesamtvolumen von mehr als 2,23 Milliarden Euro – und ist damit der bisher größte der Stadt Hamm. Er beinhaltet Investitionsmittel von rund 156,5 Millionen Euro – ebenfalls bisheriger Spitzenwert für Hamm. Im März hat der Rat der Stadt Hamm den Doppelhaushalt beschlossen. Nun hat Regierungspräsident Heinrich Böckelühr für die Bezirksregierung Arnsberg die Genehmigung des Doppelhaushalts erteilt. Auch das Haushaltssicherungskonzept der Stadt Hamm ist genehmigt worden. 

„Ich freue mich sehr, dass die Bezirksregierung unseren Weg mitträgt und grünes Licht für unseren Doppelhaushalt gibt. So können wir weiter in die in die wirtschaftliche Entwicklung investieren und unseren Weg zur familienfreundlichsten Stadt umsetzen. Wir legen damit wichtige Grundlagen für wirtschaftliches Wachstum und Zusammenhalt in unserer Stadt auch und gerade in schwierigen Zeiten“, betonte Oberbürgermeister Marc Herter. „Ich danke Ihnen herzlich für die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit, die schon lange vor dem Beschluss unseres Haushalts begonnen hat.“

Auch Regierungspräsident Heinrich Böckelühr bekräftigt: „Die Bezirksregierung Arnsberg ist eine zuverlässige Partnerin an der Seite der Kreise und kreisfreien Städte sowie der kreisangehörigen Kommunen. Der Doppelhaushalt für 2026/27 ermöglicht eine zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt Hamm für die Bürgerinnen und Bürger. Das ist eine wichtige Basis, um die Lebensqualität in Hamm zu erhalten und auszubauen. Als Regierungspräsident begleite und unterstütze ich Sie gerne auf diesem Weg.“

Strukturell bedingt
Nach neun ausgeglichenen Jahresabschlüssen bis 2024 wird das Haushaltsjahr 2025 mit einem Minus von voraussichtlich rund 60 Millionen Euro abschließen. Der Doppelhaushalt 2026/27 wird die insgesamt negative Entwicklung des Vorjahres fortzeichnen. Verantwortlich dafür sind allgemeine Kostensprünge um zehn Prozent, denen Mehreinnahmen von lediglich fünf Prozent gegenüberstehen. Dieses strukturelle Problem trifft bundesweit nahezu jede Kommune: Städte und Gemeinden sind chronisch unterfinanziert. Klar ist: Die Stadt Hamm wird in den kommenden Jahren sparen müssen. Die kulturellen und sozialen Angebote, insbesondere für Familien, bleiben aber bestehen – und investiert wird auch weiterhin: Allein in Schulen, Kitas, Spielplätze und Jugendzentren werden rund 51,3 Millionen Euro fließen. In den Straßenbau und die bauliche Gestaltung der Stadt werden rund 35,6 Millionen Euro investiert, in den Sport 17,4 Millionen Euro, in die Feuerwehr mehr als zehn Millionen Euro. 

Haushaltssicherung
Die Haushaltslage der Stadt Hamm verschlechtert sich in den nächsten Jahren auch durch sinkende Schlüsselzuweisungen sowie durch größtenteils tarifbedingte Steigerungen der Personalkosten und nahhaltig steigende Soziallasten. „Wir erwarten für 2026 und 2027 negative Haushaltsergebnisse in Höhe von jeweils gut 100 Millionen Euro – mit fortlaufender Entwicklung in den Folgejahren“, erklärte Stadtkämmerer Markus Kreuz. „Umso wichtiger war es uns, die Bezirksregierung Arnsberg frühzeitig und transparent in unsere Planung einzubeziehen. Das macht sich in Form der schnellen Genehmigung jetzt bezahlt.“

Die Stadt Hamm musste angesichts der finanziellen Lücken – wie ein Großteil der Kommunen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland – ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen, das gemeinsam mit dem Haushaltsplan genehmigt worden ist. Haushaltssicherungskonzepte dienen dazu, aufzuzeigen, mit welchen Sparmaßnahmen innerhalb der kommenden zehn Jahre wieder ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden kann. Das Instrument ermöglicht es der Stadt Hamm, trotz der finanziellen Schieflage weiter handlungsfähig zu bleiben und selbstständig zu wirtschaften.

Stadtkämmerer Markus Kreuz, Regierungspräsident Heinrich Böckelühr, Oberbürgermeister Marc Herter

© Thorsten Hübner

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