Der Weg ist das Ziel: Der junge Pianist und Komponist Vincent Meissner (* 2000) sieht sich als Suchender und Entdecker. Aufgewachsen in einem Dorf in Mittelsachsen, hat er schon früh zu seinem Instrument gefunden und den Jazz als seine Passion entdeckt. Mit sechzehn zog er nach Dresden, um das Landesgymnasium für Musik zu besuchen, das eine musikalische Exzellenzförderung ermöglicht. Hier lernte er Drummer Henri Reichmann kennen, mit dem er bald gemeinsam jammte. Zwei Jahre später stieß Bassist Josef Zeimetz dazu und erweiterte das Duo zum fulminanten Trio. Gemeinsam sind sie musikalisch gewachsen und haben bereits diverse Preise abgeräumt, darunter den „Förderpreis der deutschen Jazzunion“ 2019, den ersten jemals vergebenen „Mitteldeutschen Jazzpreis“ 2020 und erst 2025 den „HI Five Jazz Award“.
Mittlerweile haben die drei mit „Eigengrau“ ihr drittes Album veröffentlicht. Die Musik ist geprägt von einem sehr reflektierten Blick nach innen. Und von sehr persönlichen Erlebnissen und Begegnungen. Das Trio hat seine eigene Sprache entwickelt — inspiriert von Künstlern wie The Bad Plus, Esbjörn Svensson, Vijay Iyer oder Michael Wollny.
„Eigengrau beschreibt den Moment der Dunkelheit hinter geschlossenen Augen,“ erklärt Meissner. „Aber wenn man sich dann die Augen reibt, sieht man plötzlich Muster. Jeder sieht etwas anderes, Strukturen, Objekte, oder vielleicht auch gar nichts. Ähnlich ist das mit unserer Musik — für jeden erzeugt sie eigene Bilder.“ Das Trio ist stetig in Bewegung, explodiert oft vor schierer Energie. Jeder Ton ist Erkundung, jedes Stück ein Wechselspiel -feingeschliffen und tiefgründig, voller feiner Schattierungen und von hypnotischer Anziehungskraft.