Krise rund um die Geburt
Das Baby ist da. Und das Glück? Wenn Schwangerschaft und Geburt nicht nur Glück bedeuten
Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit einem Kind werden oft als Phase des Glücks beschrieben. Doch für viele Familien ist diese Zeit auch von Unsicherheit, Überforderung und seelischen Belastungen geprägt. Was selten offen ausgesprochen wird: Psychische Krisen rund um die Geburt sind häufig und können jede Familie betreffen.
Schätzungen zeigen, dass etwa jede 7. Mutter nach der Geburt an einer behandlungsbedürftigen peripartalen (Zeit rund um die Geburt) Depression, Angst-, Panik- oder Zwangsstörung erkranken. Auch Väter sind betroffen: Studien gehen davon aus, dass etwa jede 10. Vater im ersten Jahr nach der Geburt eine psychische Erkrankung entwickelt.
Die Ursachen sind vielfältig: hormonelle Veränderungen, Schlafmangel, körperliche Erschöpfung, belastende Geburtserfahrungen, neue Rollen und Verantwortlichkeiten, Partnerschaftsdynamiken oder bestehende psychische Belastungen. Oft kommen mehrere Faktoren zusammen.
Betroffene erleben häufig tiefe Traurigkeit, innere Leere, starke Sorgen oder Ängste, Gereiztheit oder das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können. Manche ziehen sich zurück oder haben Schwierigkeiten, eine emotionale Bindung zu ihrem Kind zu spüren.
Viele Betroffene versuchen, ihre Gefühle zu verbergen – aus Angst vor Stigmatisierung oder Schuldgefühlen, dem eigenen Anspruch nicht zu genügen. Das kann dazu führen, dass sie lange ohne Unterstützung bleiben. Dabei gilt: Diese Reaktionen sind keine persönliche Schwäche, sondern können Ausdruck einer ernstzunehmenden, gut behandelbaren Erkrankung sein.
Wenn Sie bei sich selbst oder nahestehenden Personen Veränderungen wahrnehmen, sprechen Sie darüber – mit Ihrer Hebamme, Ärztin oder Ihrem Arzt, Kinderarzt, Therapeutin oder anderen Fachpersonen. Auch Beratungsstellen und Selbsthilfeangebote können eine wichtige erste Anlaufstelle sein.
Gut zu wissen!:
Die Gemütszustände, in die eine Mutter rund um die Geburt geraten kann, gehen fließend ineinander über. Wenn die schlechte Stimmung ungewöhnlich lange anhält (über zwei Wochen) kann dies das erste Anzeichen einer peripartalen psychischen Erkrankung sein.
Peripartal ist der Überbegriff für präpartal (vor der Entbindung, in der Schwangerschaft) und postpartal (nach der Entbindung, im Wochenbett).
Um zu erkennen, ob eine peripartale Depresion vorliegt, hilft der EPDS- Selbsteinschätzungstest- siehe Lesetipp!
Hier finden Sie Hilfe
AWO Ruhr-Lippe-Ems
Südenwall 21a, 59065 Hamm
www.awo-rle.de
02381 876 98 44
Diakonie Ruhr Hellweg
Südstraße 29, 59065 Hamm
www.diakonie-ruhr-hellweg.de
02381 544 00 50
Sozialdienst Katholischer Frauen
Franziskanerstr. 3, 59065 Hamm
www.schwangerschaftsberatung-hamm.de
02381 144 210
VARIA – Innosozial
Heßlerstr. 49, 59065 Hamm
www.innosozial.de
02381 548 61 16
Caritasverband Hamm, Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
Lange Straße 27, 59067 Hamm
www.caritas-hamm.de
02381 378 70 00
Diakonie Ruhr Hellweg, Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen
Südstraße 29, 59065 Hamm
www.diakonie-ruhr-hellweg.de
02381 544 00 70
Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen
Oststr. 37, 59065 Hamm
www.paderborn.efl-beratung.de
02381 833 49
Stadt Hamm, Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder
Elchstr. 11, 59071 Hamm
www.hamm.de/erziehungsberatung
02381 17 6170
Johanniter-Kliniken Hamm
Standort Knappenstraße 19, 59065 Hamm
www.johanniter.de/johanniter-kliniken/johanniter-kliniken-hamm/
0 23 81 18 12 05
Stadt Hamm, Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst
Heinrich-Reinköster-Straße 8, 59065 Hamm
https://www.hamm.de/gesellschaft-soziales-gesundheit/gesundheitsamt/hilfe-und-beratung-fuer-psychisch-und-abhaengigkeitskranke
0 23 81 17 64 66
Außerhalb von Hamm:
Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten für Psychiatrie Im Schlosspark 20, 45699 Herten
www.lwl-klinik-herten.de
0 23 81 802 0
Video- und Lesetipps
Broschüre “Depression und Angststörung nach der Geburt”
Eine Broschüre für betroffene Mütter und deren Angehörige, die helfen soll die postpartale Depression oder andere Angststörungen frühzeitig zu erkennen und dabei Mut machen soll, sich Hilfe zu holen.
"Wochenbettdepression - ein Tabuthema?"
Depressionen können auch nach der Geburt eines Kindes auftreten. Die Psychologin Natalie Samimi hat sich auf Wochenbettdepressionen spezialisiert. Sie sprach mit der Stiftung Gesundheitswissen über ihre Erfahrungen aus der Praxis. Film anschauen ...
"Was ist eine Wochenbettdepression?"
Depressionen können in vielen Lebenssituationen entstehen – so auch während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt. Welche Symptome sind typisch? Wie viele Frauen sind betroffen? Und wie verläuft diese psychische Störung? Das sehen Sie in diesem Film. Film anschauen ...
Für Fachkräfte
Handlungsleitfaden bei peripartalen psychischen Beeinträchtigungen
Die Fachkräfte der Geburtshilfe und der vor- und nachsorgenden Hilfen achten auf Anzeichen psychischer Beeinträchtigungen u.a. mit folgenden beiden Fragebögen:
Edinburgh-Postnatal-Depression-Scale (EPDS)
Eltern-Kind-Beziehungsfragebogen (PBQ)
Weiterführende Links
Edinburgh-Postnatal-Depression-Scale (EPDS)
Eltern-Kind-Beziehungsfragebogen (PBQ)
Audiostatements von Fachleuten aus dem ''Netzwerk Frühe Hilfen'' zum Thema "Krise rund um die Geburt"
Kontakt
Frau Buttermann
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Frau Kracht
Caldenhofer Weg
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