Hamm als Verwaltungszentrum -
Die preußische Kriegs- und Domänenkammer

Als Folge des sogenannten Jülich-Klevischen Erbfolgestreits (1609-1614) gehörte die ehemalige Grafschaft Mark und deren Hauptstadt Hamm zu Brandenburg-Preußen. 

Im Jahre 1609 fielen die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, zu denen auch die alte Grafschaft Mark gehörte, an Brandenburg-Preußen. Seit 1753 war Hamm Kreisstadt eines umfangreichen Gebietes mit mehreren Städten und einer bedeutenden Wirtschaft. 1766 nahm eine Kammer-Deputation für die Mark ihren Sitz in Hamm, da die Kriegs- und Domänenkammer in Kleve bereits überwiegend mit märkischen Angelegenheiten befasst war. Durch die Einrichtung einer eigenständigen Kriegs- und Domänenkammer im Jahre 1788 wurde Hamm zum Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft Mark.

Aufgaben einer Kriegs- und Domänenkammer
Die Aufgaben einer Kriegs- und Domänenkammer bestanden im Einzug der Steuern und Abgaben und ihrer Abführung an die zentralen Kassen in Berlin, Verwaltung und sachgerechte Verwendung der zugewiesenen Etatmittel, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie Förderung von Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr. Eine Justizdeputation entschied über Rechtssachen, die sich aus der Arbeit der Kammer ergaben. Der Kammer waren ferner ein Medizinalkollegium und ein Forstamt angegliedert. 

Historische Karte der Grafschaft Mark, von Friedrich Christian Müller. 1791
Quelle: Stadtarchiv Hamm
Lithografie von Friedrich Wilhelm von Rappard (1748-1833)
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum Hamm
 Kupferstich von Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein (1757-1831)
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum Hamm
Oberlandesgericht und Amtsgericht auf der Nordseite des Markplatzes, um 1880
Foto: Hermann Sommer, Quelle: Stadtarchiv Hamm

Gut zu wissen

Standort der Kriegs- und Domänenkammer

Ihren Sitz hatte die Behörde im ehemaligen Stadthaus der Freiherren von Plettenberg-Heeren auf der Nordseite des Marktplatzes. 1925 wurde der Gebäudekomplex zugunsten des neuen Stadthauses abgerissen.

Foto: Das ehemalige Heerrensche Haus auf der Nordseite des Marktplatzes, 1788-1808 Sitz der Kriegs- und Domänenkammer, Foto von 1890 


Ausbau der Kammer

Ab 1803 hatte die Institution – nun Westfälische Kriegs- und Domänenkammer genannt – auch die Verwaltung der Militär-, Finanz- und Polizei-Angelegenheiten im rechtsrheinisch-klevischen Teil des ehemaligen Herzogtums und in den ehemaligen Stiftsgebieten Essen-Werden und Elten zu übernehmen.

Als Kammerpräsidenten waren Christian Heinrich Ernst von Ledebur (1787–1793), Heinrich Friedrich Karl vom Stein (1793–1804, zugleich KDK-Präsident in Kleve und Minden) und Ludwig Freiherr von Vincke (1804–1806, zugleich KDK-Präsident in Münster). 

Als einer der Kammerdirektoren wirkte von 1799–1808 Friedrich Wilhelm von Rappard, der 1820 der erste Präsident des neuen Appellationsgerichts, dem späteren OLG in Hamm werden sollte.

Lithografie von Friedrich Wilhelm von Rappard (1748-1833)
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum Hamm
 Kupferstich von Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein (1757-1831)
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Karte zum Thema


Die Grafschaft Mark, von Friedrich Christian Müller, 1791
Quelle: Stadtarchiv Hamm
 



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