Mit der neuen Tourenplanung werden zahlreiche Rückwärtsfahrten von herkömmlichen Müllfahrzeugen, die so nicht mehr erlaubt sind, vermieden. Vor Umstellung und Neuplanung der Touren wurden sämtliche Rückwärtsfahrten aller Müllfahrzeuge des ASH aufgezeichnet. Diese wurden anschließend einzeln betrachtet und geprüft, ob an dieser Stelle weiter mit einem herkömmlichen Müllfahrzeug rückwärts gefahren werden darf oder nicht. Dies hängt unter anderem mit der Größe des Fahrzeugs (Länge, Breite, Höhe), der Breite der Straße sowie Wendemöglichkeiten zusammen. An Straßenabschnitten, an denen ein normales Müllfahrzeug nicht mehr eingesetzt werden darf, fahren stattdessen Engstellenfahrzeuge – auch an einzelnen Abschnitten einer längeren Straße. Dabei kann es dann zu unterschiedlichen Abfuhrtagen für dieselbe Abfallart in derselben Straße kommen. Ebenso kann es vorkommen, dass für die gleiche Abfallart zwar der gleiche Abfuhrtag angegeben ist, das Müllfahrzeug aber an vom Rückwärtsfahrverbot betroffenen Bereichen vorbeifährt und diese vermeintlich vergisst. Das liegt daran, dass die Abschnitte von unterschiedlichen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Routen abgeholt werden und so einige Behälter am selben Tag früher geleert werden als andere.
Was auf dem Papier geplant wird, muss den Praxistest überstehen. Viele der neuen Touren wurden bereits einmal gefahren, allerdings noch nicht alle. Erst wenn jede Tour tatsächlich ein oder zwei Mal gefahren wurde, kann ein Fazit gezogen werden. Denn nicht immer stimmen die tatsächlichen Gegebenheiten mit denen der Pläne überein. Gleichzeitig ist es nicht möglich, alle rund 1.900 Straßen mit all ihren Abzweigungen und Teil-Sackgassen in Hamm vorab vor Ort anzuschauen. Auch ein neuer Tourenplan ist daher nicht in Stein gemeißelt, sondern bedarf Anpassungen. Insbesondere in Gebieten, in denen seit Januar neu ein Seitenlader eingesetzt wird, hat der ASH festgestellt, dass dieses Fahrzeug hier nicht auf Dauer eingesetzt werden kann, zum Beispiel weil die Wendemöglichkeit laut Plan in der Praxis nicht nutzbar ist, beispielsweise dauerhaft widerrechtlich zugeparkte Wendehammer. Sobald die hier notwendigen Anpassungen vorgenommen wurden, werden die betroffenen Bürger:innen gesondert informiert. Der ASH bittet jedoch um etwas Geduld.
Generell ist Geduld für alle Beteiligten das Los der Stunde. „Bei so einer großen Umstellung war abzusehen, dass nicht alles reibungslos laufen wird. Das haben wir auch von vorneherein offen kommuniziert. Die Fahrer müssen sich genauso an neue Touren gewöhnen wie die Bürger:innen an neue Abfuhrtage. Dass die Touren dann bei der ersten und zweiten Abfuhr nicht vollständig geschafft werden, weil doch der ein oder andere Blick mehr auf den Plan erforderlich ist, ist keine große Überraschung. Für diese Bereiche werden Nachfahrten organisiert oder individuelle Lösungen gefunden. Zudem zeigen wir uns sehr kulant und fahren auch Behälter nach, die von den Bürger:innen trotz Information an alle Haushalte verkehrt herum oder am falschen Tag bereitgestellt wurden. Dafür wurden und werden bereits Sondertouren gefahren. Dennoch dauern Nachfahrten aktuell länger als üblich. Im Laufe der kommenden Woche erwarten wir hier eine Entspannung, da dann die Weihnachtsbaumabfuhr erledigt ist. Für die Unannehmlichkeiten bitte ich um Entschuldigung und um Verständnis“, so Volker Burgard, Dezernent für Klima, Umwelt und Migration der Stadt Hamm.
Nicht vollständig abgefahrene Touren veröffentlicht der ASH regelmäßig abends auf seiner Website. Dort wird auch das weitere Vorgehen für diese Bereiche erklärt. Zudem beantwortet die Service-Hotline des ASH gerne Fragen zur neuen Tourenplanung oder sorgt für Aufklärung, warum einige Abschnitte andere Abfuhrtage als der Rest der Straße haben.