Als FaMI-Praktikantin im Stadtarchiv

Vielfältige Einblicke in den Archivalltag

Silke Kellermann absolviert eine berufliche Weiterbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) mit der Ausrichtung „Medizinische Dokumentation, die in der Regel 24 Monate dauert und in Hamm vom Berufsförderungswerk Hamm GmbH angeboten wird. Fester Bestandteil dieser Weiterbildung ist ein dreimonatiges Praktikum in einer anderen Fachrichtung, welches sie im Stadtarchiv Hamm geleistet hat.

Im Rahmen einer Weiterbildung absolvierte ich ein dreimonatiges Praktikum im Stadtarchiv Hamm und möchte gerne darüber berichten, welche Eindrücke ich in den vergangenen neun Wochen bereits gewinnen konnte. Nachdem ich am ersten Tag von einem sehr netten Team begrüßt wurde, erhielt ich eine persönliche und für mich beeindruckende Führung durch das gesamte Archiv einschließlich der vielen Magazinräume. Nach mehreren Einführungen und Einweisungen in die verschiedenen Archivaufgabengebiete mit den einzelnen Arbeitsmitteln wie z. B. Digitalisierung, Benutzerservice im Lesesaal, Personenstandsrecherche, Schädlingsbekämpfung, Magazinanforderungen sowie das Reinigen, Verschließen von Rissen, Entmetallisieren, Verpacken und Umbetten von Archivalien, bekam ich einen Aktenbestand zugewiesen, der mit einer älteren Liste auf Zugehörig- und Vollständigkeit abgeglichen werden musste. Meine weiteren Aufgaben waren die Digitalisierung von Personenstandsregistern, das Ausheben und Reponieren von Archivalien, die Magazinreinigung, das Präparieren von Archivkartons sowie die Unterstützung bei der vierwöchigen Archivrevision mit dem manuellen Bestandsabgleich auf Bestandsebene, der Nummerierung von Magazinregalen, dem Erfassen von Publikationsbeständen, dem Sichten, Bewerten, Erfassen und Kassieren von Buchbeständen und der Magazinierung nicht erfasster Bestandszugänge. 

In der Hauptsache arbeitete ich an einem größeren und für mich sehr interessanten Verzeichnungsprojekt eines Hofesarchivs, zu dem ich als gebürtige und viele Jahre im Stadtbezirk Uentrop lebende Hammerin einen persönlichen Bezug habe, da ich die ein oder andere Familie aus der heutigen Zeit sowohl namentlich als auch persönlich kenne. Die vorherigen Paläografie-Leseübungen der alten deutschen Schreibschrift durch einen Mitarbeitenden des Archivs haben mir dabei sehr geholfen, da die ersten Schriftstücke aus dem 16. Jahrhundert stammen und ich sie dadurch besser zuordnen konnte. Bei diesem Verzeichnisprojekt handelt es sich um nicht erfasste Archivalien des Privatarchivs Vorwig in Hamm-Norddinker (wie z. B. alte Urkunden, Schriftstücke, persönliche Briefe, Fotos, Bücher, Zeitungen, Landkarten, Pläne etc.), die in mehrere Kartons verbracht und im Archivmagazin zwischengelagert wurden. Meine Aufgabe bestand darin, den Bestand für die Nutzung aufzubereiten. Dafür entfernte ich zunächst eventuellen Schmutz oder metallische Heft- oder Büroklammern von dem Archivale und glättete umgeknickte Seiten oder verschloss Risse nach Bedarf. Danach bette ich das Archivale in eine passende und von mir mit einer Signatur versehenen säurefreien Archivmappe um. Weiter glich ich jede Archivale mit einem bereits existierenden, alten Findbuch ab, trug es mit einer neuen Signatur, einem von mir vergebenen, sinnvollen Titel und Enthält-Vermerk sowie mit einer Laufzeit versehen in eine Excel-Tabelle ein. Diese Tabelle wird dann mittels der Archivsoftware AUGIAS auf dem Archivportal Archive.NRW hochgeladen, um dieses Hofesarchiv für jeden Interessierten zugänglich bzw. nutzbar zu machen. Zum Schluss wird dem fertig verzeichneten und verpackten Bestand ein dauerhafter Lagerort im Magazin zugewiesen. 

Im März durfte ich für einen Tag im Gustav-Lübcke-Museum hospitieren, was ebenfalls sehr aufregend und interessant war, und ich bei den Stolperstein-Verlegungen sehr beeindruckende und bewegende Momente erleben durfte. 

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