Wir freuen uns sehr: Unsere gemeinsame Produktion des Mozart Requiems wurde offiziell zum Opus Klassik 2026 in der Kategorie “Nachwuchsförderung (Kinder- und Jugendarbeit)” zugelassen und der Jury übermittelt.
Das ist ein starkes Zeichen für die engagierte Arbeit unserer jungen Musikerinnen und Musiker, sowie aller Beteiligten der Karlschule, des Treibkraft.Theaters und der Städtischen Musikschule Hamm.
Die Shortlist 2026 wird Anfang Juni veröffentlicht.
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Mozart-Requiem – Interdisziplinäre Nachwuchsförderung als künstlerischer und gesellschaftlicher Impuls in Hamm.
Mit der Aufführung von Mozarts Requiem am 30. März 2025 im Festsaal des Maximilianparks realisierte die Städtische Musikschule Hamm mit Kooperationspartnern ein Projekt, das in besonderer Weise zur Förderung von Kindern und Jugendlichen im Bereich der klassischen Musik beigetragen hat.
Im Zentrum stand ein Orchester, das zu einem Drittel aus Schülerinnen und Schülern und zu zwei Dritteln aus professionellen Musikerinnen und Musikern bestand. Gemeinsam mit einem großen Laienchor unter Beteiligung zahlreicher Jugendlicher entstand eine künstlerisch anspruchsvolle Interpretation auf hohem Niveau, die jungen Musikerinnen und Musikern unmittelbare Teilhabe an professioneller Praxis ermöglichte.
Darüber hinaus wurde das Werk konsequent interdisziplinär erweitert: Zwei Tanzensembles der Musikschule entwickelten eigenständige Choreografien (Ballett und liturgischer Tanz). In Kooperation mit der Karlschule Hamm, einer Hauptschule im sozialen Brennpunkt, erarbeiteten Jugendliche ohne vorherigen Zugang zur klassischen Musik gemeinsam mit Theaterpädagog:innen des Treibkraft.Theaters ein eigenes Schauspiel zur Unterwelt, inspiriert von der griechischen Mythologie. Dieses begann im Foyer als immersiver Empfang des Publikums und setzte sich während der Aufführung im Saal fort.
Ein zentraler Schwerpunkt der Nachwuchsförderung lag in der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung: In Probenprozessen wurden Themen wie Tod, Vergänglichkeit, die Bedeutung von Mozarts Requiem für die Musikgeschichte sowie dessen Relevanz für die heutige Zeit gemeinsam reflektiert. Im Kontext des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs (1945) setzten sich die Jugendlichen zudem mit historischen und aktuellen Kriegserfahrungen auseinander. Eigene Gedanken, Gefühle und Perspektiven flossen unmittelbar in die Entwicklung von Szenen, Choreografien und Ausdrucksformen ein. Durch diese konsequent partizipative Arbeitsweise wurden die Jugendlichen nicht nur Ausführende, sondern aktiv Mitgestaltende eines künstlerischen Gesamtprozesses. Klassische Musik wurde ihnen nicht abstrakt vermittelt, sondern als persönlich erfahrbarer, gesellschaftlich relevanter Ausdrucksraum eröffnet.
Das Projekt erreichte gezielt auch junge Menschen ohne kulturelle Vorerfahrung und zeigte exemplarisch, wie nachhaltige kulturelle Bildung im sozialen Kontext gelingen kann. Die Aufführung vor rund 600 Besucherinnen und Besuchern war ein eindrucksvoller, spartenübergreifender Abschluss, der Mitwirkende und Publikum gleichermaßen nachhaltig berührte.
Das Projekt steht exemplarisch für eine zukunftsweisende Form der Nachwuchsförderung, in der künstlerische Exzellenz, gesellschaftliche Reflexion und echte Teilhabe in besonderer Weise miteinander verbunden sind. Im Jahr 2026 wird diese Veranstaltungsreihe in Hamm mit einem interdisziplinären Projekt zur Carmina Burana fortgeführt.