21.04.2015

Der Marker Kirchplatz

Das Gebiet zwischen Lippe, Geithe und Ahse diente den zugehörigen Gehöften als Weidegrund und wurde  - im Sinne einer Feldmark - kurz die Mark genannt. Im frühen Mittelalter waren die Höfe der Bauerschaft in der Mark in den Besitz eines sächsischen Adeligen übergegangen, welcher sie einem Oberhof zuordnete, der auch „Hof zur Mark“ genannt wurde. Einige Hofstellen in der Mark und in den angrenzenden Gebieten haben sich bis in die Gegenwart erhalten.

Um die St.-Pankratius-Kirche mit ihrem Friedhof verdichtete sich im Lauf des 19. Jhs. eine dörfliche Bebauung. Auf kleinen Parzellen rings um die Kirche wurden Fachwerkhäuser errichtet, in denen überwiegend Handwerker beheimatet waren oder die als Speicher dienten. 1820 standen hier zehn Häuser, darunter drei „Vikarienhäuser“ und das Armenhaus. Östlich der Alten Soester Straße befand sich ein Schulhaus, das später als Pastorat genutzt wurde. Die Anordnung der Häuser am Marker Kirchplatz 1, 4, 5a und 8 zeigen noch charakteristische Merkmale einer „Kirchhöfner“-Siedlung.

... zum Vergrößern bitte auf die Karte klicken ...Die Urkarte Mark, Flur 5, Blatt 1 500

Dorf Mark, Ausschnitt aus der Katasterkarte, 1905
Quelle: Stadt Hamm, Vermessungs- und Katasteramt

Infolge der preußischen Friedhofsreform wurde 1868 der Kirchhof als Begräbnisstätte aufgegeben und an anderer Stelle ein neuer Friedhof errichtet. Einige alte Grabstellen an der Kirche blieben erhalten.

Das Marker Pfarrhaus war Geburtsort und bis 1901 Zuhause der Pädagogin, Politikerin und Autorin Anna Siemsen (1882-1951). 1905 absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihrer Generation als „Externe“ ihr Abitur, studierte Germanistik, Philosophie und Latein in München, Münster und Bonn, wo sie 1909 promovierte.  Anna Siemsen war bis zu ihrem Tod in  verschiedenen bedeutenden Funktionen lehrend und beratend tätig.