Wo Wildbienen ein Zuhause finden:

Stadtentwässerung Hamm baut Nisthilfe

Bedrohte Arten schützen und Lebensräume schaffen – das ist Ziel der Biodiversitätsinitiative des Lippeverbandes, in deren Rahmen nun eine weitere Maßnahme umgesetzt wurde: Auf dem Gelände einer Regenwasserbehandlungsanlage an der Werler Straße wurde eine Wildbienen-Nisthilfe aufgestellt.

Gebaut hat die etwa zwei Meter hohe Stele André Spatzier. Nach Feierabend hat der Lippeverbands-Mitarbeiter den Bohrer zur Hand genommen und den Bau der Nisthilfe in seiner Freizeit umgesetzt. Zahlreiche Löcher, die unter anderem den Schriftzug „Lippeverband“ ergeben, bieten den geflügelten Insekten bald einen Unterschlupf. Die Tipps seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Imkerverein waren bei der Gestaltung Gold wert. 

Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern und übernehmen damit eine entscheidende Rolle im Ökosystem. Allerdings macht den heimischen Wildbienenarten der Rückgang an Nistmöglichkeiten zu schaffen. Natürliche Strukturen wie Totholz, Pflanzenstängel oder geeignete Böden sind immer seltener zu finden. Mit dem Bau der Nisthilfe engagiert sich der Lippeverband für den Schutz der Wildbienen und folgt dabei auch den Zielen seiner Biodiversitätsinitiative.

Hintergrund: Die Biodiversitätsinitiative
Dem dramatischen, weltweiten Rückgang der Artenvielfalt wollen die sondergesetzlichen Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) entgegenwirken und die Biodiversität an Gewässern und auf verbandseigenen Anlagen weiter stärken.

Der ökologische Gewässerumbau in den Gebieten von Emscher und Lippe, die nachhaltige Nutzung vieler wasserwirtschaftlicher Anlagen und das gezielte Wiederansiedeln von verschiedenen, selten gewordenen Fischarten sind nur einige Beispiele für bereits laufende Maßnahmen.

Biodiversität ist ein Kernbestandteil des Programms „Lebendige Gewässer“, das im Emscher- und Lippe-Gebiet an Gewässern wie Auen sehr erfolgreich umgesetzt wird. Der Gewässerumbau wird dazu seit vielen Jahren durch ein intensives Monitoring begleitet, das z. B. die Entwicklung der gewässertypischen Fauna und Flora, darunter auch seltene oder gefährdete Arten, beobachtet.

Insgesamt hat sich beispielsweise im Zuge der ökologischen Verbesserung der Emscher seit rund 30 Jahren die Artenzahl gewässerlebender wirbelloser Tiere im Emscher-Gebiet etwa verdreifacht.

Durch das Programm „Lebendige Lippe“ schaffen EGLV neue Habitate für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dadurch ist an der Lippe die Biodiversität erheblich gestiegen – ein herausragendes Projekt ist die renaturierte Lippe-Mündung in Wesel mit mehr als 600 nachgewiesenen Tier- und 425 Pflanzenarten.

Die Artenvielfalt wird außerdem indirekt auch durch die Verbesserung der Wasserqualität, d. h. die Ertüchtigung der Reinigungsleistung der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen, gefördert.

Anlagen in Hamm
Der Lippeverband und die Stadtentwässerung Hamm als Abteilung des Lippeverbandes betreiben in Hamm 9 Kläranlagen, 87 Pumpwerke, 143 Sonderbauwerke wie Hochwasser- oder Regenrückhaltebecken und 787,6 Kilometer Kanäle. Außerdem unterhalten der Verband und die Stadtentwässerung in Hamm rund 46,9 Kilometer Wasserläufe, wovon rund 24,8 Kilometer zur Lippe zählen.

Der Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.

Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.

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