Nistkasten-Aktion

NABU und Umweltamt unterstützen die Ansiedlung des Wiedehopfs

Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022 und hat mit seinem markanten Aussehen einiges zu bieten. In Hamm unterstützen das Umweltamt und der NABU nun die Ansiedlung dieser seltenen Art durch das Ausbringen von Nistkästen an geeigneten Flächen.

Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt der Stadt Hamm und dem Landesfachausschuss Ornithologie des NABU NRW hat der NABU Hamm im Bereich der Kornmersch in der Lippeaue eine Nisthilfe für den Wiedehopf installiert. "Nach mehr als vierzig Jahren gibt es wieder die ersten Wiedehopfbruten in NRW", so Fabian Karwinkel vom LFA Ornithologie, "er braucht sandige Böden, sonnige Standorte und große Insekten als Nahrung". Der 25-jährige Biologe fing als Jugendlicher beim NABU Hamm an und entdeckte dort die Leidenschaft zur Ornithologie. Jürgen Hundorf, Vorsitzender des NABU Hamm, freut sich über das Projekt und lobte zudem die Zusammenarbeit mit der UNB. "Der Wiedehopf hat einen positiven Bestandstrend und könnte sich bald auch in Hamm wohlfühlen", so Hundorf. "Wir freuen uns, gemeinsam mit dem NABU dem Wiedehopf Nistmöglichkeiten anbieten zu können", betont Volker Burgard, Umweltdezernent der Stadt Hamm.

Duftende Abwehr gegen Fressfeinde

Die geringe Höhe des Kastens sei dabei kein Problem, betonte Karwinkel: "Bei Bedrohung durch Fressfeinde wie Katze oder Marder können Jungvögel ein stinkendes Wehrsekret einsetzen". Mit Unterstützung der NABU-Stiftung Naturerbe NRW wollen die Vogelschützer des Landesfachausschusses nun an einigen weiteren Standorten in NRW Kästen aufstellen und den Lebensraum optimieren, um dem Wiedehopf den Weg zurück nach Nordrhein-Westfalen zu ebnen.

Die auffälligen Vögel bevorzugen sandige Magerlebensräume wie z.B. trockene Heideflächen und Sandmagerrasen, besiedeln aber auch die kleinbäuerliche Kulturlandschaft mit Viehweiden und breiten unbefestigten Feldwegen. Sie brüten in Baumhöhlen, z.B. von Kopfweiden und Eichen der Wallhecken, aber auch in der Nähe menschlicher Hofstellen, z.B. an Viehunterständen oder anderen isoliert liegenden, wenig frequentierten Gebäuden. Gegen Eindringlinge können sich die Jungen mit einem stinkenden Drüsensekret gegen Fressfeinde (z.B. Marder, Katzen) zur Wehr setzen, früher wurde er deshalb auch "Stinkvogel" und "Misthahn".

Der NABU und die Stadt Hamm installieren Nisthilfen für den Wiedehopf.

vorne: Jonas Brüggeshemke und Fabian Karwinkel (beide NABU Hamm); hinten: Peter Martin (Umweltamt der Stadt Hamm), Arnela Sacic (Vorsitzende Umweltausschuss), Jürgen Hundorf (Vorsitzender NABU Hamm), Silke Bielefeld (Umweltamt Stadt Hamm), Volker Burgard (Umweltdezernent Stadt Hamm)

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Ein Wiedehopf sitzt auf einem Ast.
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Mitarbeiter des NABU Hamm stellen eine Nisthilfe für den Wiedehopf auf.
© Thorsten Hübner

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