26.07.2017

Was muss geschehen, wenn meine Mutter nicht mehr allein für sich entscheiden kann?

Wenn Ihre Mutter, z. B. bedingt durch eine Demenzerkrankung, nicht mehr allein für sich entscheiden kann, benötigt sie einen gesetzlichen Betreuer. Früher nannte man das Vormund.

Wichtige Dinge rechtzeitig regeln!

Auf einen gesetzlichen Betreuer kann jedoch verzichtet werden, wenn Ihre Mutter im Vorfeld die wichtigsten Dinge geregelt hat. Zu diesen wichtigen Dingen gehören:

  • das Erteilen einer Kontovollmacht (muss bei der Bank oder Sparkasse auf banküblichen Formularen geregelt werden),
  • eine Vorsorgevollmacht (mit einer Vorsorgevollmacht kann Ihre Mutter Angehörige zu Handlungen in von ihr bestimmten Aufgabenbereichen bevollmächtigen),
  • eine Patientenverfügung (mit einer Patientenverfügung regelt sie, welche medizinischen Behandlungen sie in bestimmten Fällen erhalten oder nicht erhalten möchte).

Ein Betreuer muss laut Gesetz nur eingesetzt werden, wenn er erforderlich ist. Dies ist jedoch in der Regel nicht mehr notwendig, wenn Ihre Mutter Vollmachten erteilt hat. Auch für Sie als Angehörige kann es eine Erleichterung sein, wenn Sie wissen, was Ihre Mutter in bestimmten Situationen gewollt hätte, hätte sie selbst noch entscheiden können. Versuchen Sie, mit Ihrer Mutter ins Gespräch zu kommen unter dem Motto „Was wäre, wenn…?”. Ihre Mutter könnte z. B. festlegen, dass sie auf keinen Fall im Heim ein Doppelzimmer bewohnen möchte. Oder sie könnte sagen, dass sie keine künstliche Ernährung wünscht, wenn sie selbst nicht mehr essen kann. Die Betreuungsvereine in den Gemeinden beraten zu diesem Thema. Fragen Sie beim Amtsgericht oder bei der Stadtverwaltung (Betreuungsstelle) nach den Adressen von Betreuungsvereinen.