19.02.2019
Neue Miet-Richtwerte in der Sozialhilfe

Mehr Spielraum bei der Wohnungssuche

Mehr Wohnraumauswahl für Leistungsberechtigte in der Sozialhilfe: Die Stadt Hamm hat ihre Richtwerte für Unterkunftskosten angehoben – und ermöglicht so allen gutes Wohnen in Hamm.

v. li. n. re.: Mustafa Paydar (Kommunales Jobcenter), Marie-Luise Roberg (Leiterin Kommunales Jobcenter), OB Thomas Hunsteger-Petermann, Theodor Hesse (Fachbereichsleiter Soziales), © Thorsten Hübner

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann freute sich bei der Präsentation des neuen Konzepts zu den Unterkunftskosten in der Sozialhilfe über die guten Nachrichten für Leistungsberechtigte in Hamm: „Es kann nicht sein, dass wir einerseits neue Wohnungen bauen und damit dringend benötigten Wohnraum schaffen, die Menschen sich diese aber wegen niedriger Mietobergrenzen nicht leisten können. Mit der Anhebung der angemessenen Mieten öffnen wir einen großen Teil des Hammer Wohnungsmarktes – auch in Neubauten – für Menschen im Leistungsbezug. In Hamm wird niemand abgehängt, jeder hat ein Recht auf Teilhabe – das gilt auch am Wohnungsmarkt“, unterstrich der Oberbürgermeister. Im Rahmen des neuen Konzepts zu den Unterkunftskosten in der Sozialhilfe steigen die Richtwerte für Nettokaltmieten sowie Betriebskosten deutlich an. So wird die angemessene Nettokaltmiete im Ein-Personen-Haushalt von 5,09 Euro auf 5,52 Euro pro Quadratmeter angehoben, in Mehrpersonen-Haushalten von 4,71 Euro auf 5,03 Euro.

Umfassende Mietkosten-Erhebung
Die Basis für die Anhebungen bildet eine umfassende Erhebung zu Mietkosten in Hamm, die das Kommunale Jobcenter und das Amt für Soziales, Wohnen und Pflege durchgeführt haben. Im Rahmen der Ermittlung wurden Vermieter befragt und Mietverträge aus den vergangenen Jahren ausgewertet. Durch die Anhebung der Grenzwerte ergibt sich eine Überdeckung an Wohnraum in den benötigten Preissegmenten: Bei Einzelpersonen beträgt die Erfüllungsquote des Wohnraumbedarfs 138 Prozent, bei Mehr-Personen-Haushalten sogar 161 Prozent. „Wir sind bei der Anhebung ganz bewusst weiter gegangen, als wir nach den sozialrechtlichen Vorgaben zwingend gemusst hätten. Wir wissen, dass der Bedarf insbesondere bei kleineren Wohnungen groß ist – und haben mit den neuen Richtwerten eine gute Antwort darauf gefunden“, betonte Marie-Luise Roberg, Leiterin des Kommunalen Jobcenters.

Regelmäßige Aktualisierung
Das finanzielle Volumen der Anhebung beträgt mehr als 2,8 Millionen Euro, wovon knapp die Hälfte (rund 43 Prozent) der Bund übernimmt. „Natürlich bedeutet die Anhebung eine finanzielle Herausforderung für uns als Kommune. Wir sind aber total überzeugt, dass diese Anhebung notwendig, in Höhe und Vorgehen sinnvoll und vor allen Dingen sozial ist“, unterstrich Thomas Hunsteger-Petermann. Das vorgestellte Konzept wird dem Rat der Stadt Hamm in seiner Sitzung am 26. März zum Beschluss vorgelegt. Die neuen Richtwerte sollen dann rückwirkend zum 01.01.2019 umgesetzt werden. Anschließend sollen die Richtwerte regelmäßig überprüft und an die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt angepasst werden.

Kontakt