10.03.2015

Partnerschaft Oranienburg-Hamm:
Ein Kind der Deutschen Einheit

Kurz nach den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 beschlossen die Städte Oranienburg und Hamm künftig eine Partnerschaft zu pflegen und voneinander zu lernen. Bereits am 17. Oktober 1990 unterzeichneten die damaligen Bürgermeister Frau Prof. Sabine Zech (Hamm) und Udo Semper die Partnerschaftsurkunde.

Während der Zeit der kommunalen Neuorientierung leisteten die „Hammer Berater“ wichtige Aufbauhilfe in der Oranienburger Stadtverwaltung. Dabei ging es insbesondere um die Bereiche Organisation und Personal, Haushalt und Finanzen, Soziales sowie Bauwesen und Stadtentwicklung. Insgesamt waren damals 30 Mitarbeiter der Verwaltung Hamm für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr in der Verwaltung Oranienburgs tätig.  Eine Tradition, die sich aus diesen Aufbaujahren entwickelt hat, ist der heute jährlich stattfindende Azubi-Austausch zwischen beiden Stadtverwaltungen.

Doch nicht nur die Verwaltungen kamen sich nahe, auch viele Schulen und Vereine Oranienburgs lebten und leben den Ost-West-Austausch. So beteiligten sich beispielsweise die Torhost-Gesamtschule und das Runge-Gymnasium an Schüleraustauschen. Freundschaftliche Beziehungen unterhalten seit Gründung der Partnerschaft zudem regelmäßig: Die Oranienburger Feuerwehr, der Angelverein „Ukelei“, der Blinden- und Sehbehindertenverband, die Chöre „Viva la Musica“ und „Quartettfreunde Sachsenhausen“, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Sozialverband VdK, aber auch verschiedene Künstlerinnen und Künstler Oranienburgs sowie nicht zuletzt der Oranienburger Handballclub (OHC).

Hamm ist nicht die einzige Partnerstadt von Oranienburg – enge Kontakte werden auch mit dem Pariser Vorort Bagnolet, dem tschechischen Ort Melnik bei Prag sowie der niederländischen Gemeinde Vught unterhalten.

Oranienburg – eine Barockstadt am Wasser

Mit seinen rund 42.000 Einwohnern vereint die Kreisstadt Oranienburg alle Vorteile, die sich aus der unmittelbaren Nähe zur deutschen Hauptstadt Berlin sowie aus der grünen, durch Wald- und Wasserreichtum geprägten Landschaft ergeben. Havel, Oranienburger Kanal, Oder-Havel-Kanal und Lehnitzsee umrahmen Oranienburg und sind die blauen Lebensadern der Stadt. Die Havelpromenade lädt zum Flanieren ein, der neue Schlosshafen und die Anlegestellen sind idyllische Oasen in der Innenstadt, wo Wassertouristen im Zentrum Oranienburgs vor Anker gehen können.

Pulsierendes Herz der Stadt ist das Schloss Oranienburg – das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg. Es entstand 1652 im Stil des niederländischen Barocks während der Regierungszeit des brandenburgischen Kurfürstenpaares Friedrich Wilhelm von Brandenburg und Louise Henriette von Oranien-Nassau. Die Geschichte der Stadt und die engen Bindungen Brandenburgs zu den Niederlanden dokumentieren das Schloss- und das Kreismuseum.

In der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen wird auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen die Geschichte der Stadt zur Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet. In verschiedenen Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen wie Filmvorführungen und Lesungen wird die Vergangenheit des Ortes für die jährlich über 400.000 Besucher aus dem In- und Ausland erfahrbar.
Zu weiteren beliebten Ausflugszielen der Stadt Oranienburg gehören die TURM ErlebnisCity - das größte Freizeitbad und Sportzentrum Berlin-Brandenburgs, der Tier-, Freizeit- und Saurierpark im Ortsteil Germendorf sowie der Oberhavel Bauernmarkt im Ortsteil Schmachtenhagen.

Ein Besuch in Oranienburg sollte in jedem Fall auch an Brandenburgs erstem Waisenhaus in der Breiten Straße, der Nicolai-Kirche und dem Amtshauptmannshaus vorbeiführen. Ein Leitsystem mit Informationstafeln führt die Besucher zu den touristischen Höhepunkten in derInnenstadt.

Auch die Kultur hat in Oranienburg ganzjährig eine Heimat. Konzerte, Lesungen, Kabarett oder Kindertheater finden in der Orangerie im Schlosspark und auch auf kleineren Bühnen ein Zuhause. Ob Oper im Schlosshof oder Kirchenmusik in St. Nicolai, ob das niederländische „Orange Fest“ oder Lichternacht im Schlosspark – für eine Entdeckungsreise nach Oranienburg gibt es immer viele gute Gründe. Und von Berlin aus ist Oranienburg immer nur einen Katzensprung entfernt. Mit der S-Bahn (S1), dem Regionalexpress oder dem Auto sind sie in einer halben Stunde aus dem Zentrum Berlins in der Stadt angelangt.