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Aktuelles
21.11.2017

Sicherheit und Sauberkeit im Bahnhofsquartier

Städtische Maßnahmen vorgestellt

Mehr Prävention bei Jugendkriminalität, mehr KOD und mehr Sauberkeit: Zwei Tage vor dem Besuch von Innenminister Herbert Reul in Hamm hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Vorsitzenden des Kinder- und Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses die städtischen Maßnahmen für Verbesserungen im Bahnhofsquartier rund um den Willy-Brandt-Platz und den Platz der Deutschen Einheit vorgestellt.

Die städtischen Maßnahmen sollen in den kommenden Wochen mit polizeilichen Zielen und Maßnahmen zu einem gemeinsamen Sicherheitskonzept zusammengeführt werden.  Klar ist: „Die Lage verbessert sich nur, wenn alle Bereiche koordiniert vorgehen: Stadt, Polizei, Bundespolizei und Justiz müssen an einem Strang ziehen“, betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Er beschränkte sich auf Maßnahmen im kommunalen Verantwortungsbereich, da er dem Ministerbesuch nicht vorgreifen wollte.

Obwohl die Stadtverwaltung durch den Stärkungspakt stark eingeschränkt ist, da die Personalkosten pro Jahr nur um ein Prozent steigen dürfen, ist eine Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes geplant. „Außerdem wollen wir gezielt in weitere Qualifizierungsmaßnahmen für den KOD investieren“, erklärt Thomas Hunsteger-Petermann. Mit dem Kauf des „Kipp’n in“-Komplexes samt Shisha-Lounge habe man  außerdem bereits ein weiteres Zeichen in Richtung baulicher Veränderungen gesetzt. „Wir wollen hier kleinere Wohnungen für junge Menschen errichten, die gerne zentral wohnen wollen. Das wird den Bereich belebter machen und positive Effekte haben“, erklärt Hunsteger-Petermann.

„Es sind nicht nur Uniformen notwendig, sondern auch Maßnahmen der Sozialprävention“, betonte Ralf-Dieter Lenz, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration.

Ein Augenmerk gilt deshalb auch besonderen Maßnahmen des Jugendamtes, für die bereits kommunale Mittel in Höhe von rund 140.000 Euro in die Hand genommen wurden. Unabhängig von den Entwicklungen am Bahnhofsvorplatz hatte die Verwaltung von Anfang Mai bis zum Ende des Sommers die Entwicklung der Jugendkriminalität als Bandenkriminalität im gesamten Stadtgebiet analysiert. Denn diese Erkenntnisse sind für ein wirkungsvolles und nachhaltiges Präventionsprogramm erforderlich. In der Analysephase konnten vier Gruppierungen mit insgesamt bis zu 50 Jugendlichen identifiziert werden. Die Stadt arbeitet hier mit einem Verein zusammen, der sich auf die Arbeit mit deliquenten Jugendlichen und Intensivtätern spezialisiert hat. Erste Interventionen im Zusammenwirken zwischen Jugendamt, Trägern und Wohlfahrtsverbänden, den Sicherheitsbehörden und der Justiz wurden abgestimmt.  Die Interventionen erstrecken sich von individuellen pädagogischen Angeboten über „Warnschussarreste“. Die aufsuchende Sozialarbeit wird neben dem Jugendamt und den beteiligten Jugendhilfeträgern über das  Stadtteilzentrum Hamm Mitte (Träger Outlaw) geleistet, um Randgruppen auf dem Bahnhofsvorplatz zu erreichen.  Da sich diese Personen oft in einem sehr schlechten gesundheitlichen und sozialen Zustand befinden, werden die Bereiche Wohnungsnotfallhilfe und Suchthilfe in die Maßnahmen eingebunden.

Das kommunale Präventionskonzept zum Thema Sicherheit soll auch den Bereich der öffentlichen Sauberkeit beinhalten. Deshalb werde es eine große Reinigungsaktion des ASH (Abfallwirtschaft- und Stadtreinigungsbetrieb) im Bereich der Verkehrsinsel und eine Erhöhung des Reinigungsturnus in dem Bereich geben. „Verwahrloste beziehungsweise verunreinigte öffentliche Räume werden von den Menschen gemieden und tragen auch zum Unsicherheitsgefühl bei“, schildert Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.