19.08.2018

Integrationskurse nach dem Aufenthaltsgesetz

Integrationskurse nach dem Aufenthaltsgesetz

Ausstellung der Teilnahmeberechtigungen für Integrationskurse für Neuzuwanderer und Empfänger von Leistungen nach dem II. und XII. Sozialgesetzbuch (SGB)

Ziel der Integrationskurse ist die Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit. Weiterhin soll in einer Auseinandersetzung mit der Kultur, der Geschichte, mit den politischen Werten der Verfassung, mit der Rechtsordnung und den politischen Institutionen des demokratischen Rechtsstaates der positive Umgang mit der neuen Lebenswelt gefördert werden.

Der Integrationskurs setzt sich aus einem Sprachkurs (maximal 900 Stunden) und einem Orientierungskurs (60 Stunden) zusammen. Der Integrationskurs wird von Trägern angeboten und durchgeführt, die vom zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (bamf) zugelassen wurden. Bei Vorkenntnissen führt der Kursträger einen Einstufungstest durch. Übersicht der Kursträger (unter Weitere Infos zum Thema)

Ein Anspruch auf die einmalige Teilnahme an einem Integrationskurs besteht für die Ausländer, die nach dem AufenthG erstmals eine Aufenthaltserlaubnis für einen auf Dauer angelegten Aufenthalt erhalten und sich nicht auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen können. Ausgenommen sind dabei Ausländer, die bereits über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen oder die aus anderen Gründen keinen Integrationsbedarf haben. Auch schulpflichtige Kinder und junge Erwachsene, die eine schulische Ausbildung aufnehmen oder ihre bisherige Schullaufbahn in Deutschland fortsetzten, können nicht an einem Integrationskurs teilnehmen. Im Übrigen ist der Teilnahmeanspruch auf zwei Jahre befristet.

Die Kursgebühr kann bei frühzeitigem Abschluss reduziert werden. Auch werden 50 % der Kursgebühr erstattet, wenn die Prüfung innerhalb der zwei Jahresfrist erfolgreich abgeschlossen wird.

Soweit ein Teilnahmeanspruch nicht oder nicht mehr besteht, kann ein Integrationskurs besucht werden, wenn freie Kursplätze vorhanden sind. In diesem Rahmen können auch EU-Ausländer an den Integrationskursen teilnehmen. Hierzu ist ein Zulassungsantrag erforderlich. Dieser Antrag ist zu richten an das:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Am Stadtholz 24, 33609 Bielefeld.

Für bestimmte Gruppen von Ausländern besteht eine Verpflichtung, den Integrationskurs zu besuchen. Dies betrifft Ausländer, die Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs haben und sich nicht auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen können (z. B. Neuzuwanderer).

Unabhängig vom Teilnahmeanspruch sind zur Teilnahme an dem Integrationskurs diejenigen Ausländer verpflichtet, die vom Kommunalen Jobcenter Hamm vorgeschlagen wurden oder in besonderer Weise integrationsbedürftig sind. Sie können im Rahmen verfügbarer Kursplätze zur Teilnahme zugelassen werden und sind dann zur Teilnahme verpflichtet.

Für Spätaussiedler und ihre Ehegatten oder den Abkömmlingen ergibt sich der Teilnahmeanspruch aus dem Bundesvertriebenen gesetz (§ 9 BVFG). Zuständig für die Verpflichtung von diesem Personenkreis ist das Bundesverwaltungsamt.

Die Einzelheiten des Integrationskurses sind in der Verordnung der Bundesregierung über die Durchführung von Integrationskursen für Ausländer und Spätaussiedler (Integrationskursverordnung- IntV) festgelegt.

Näheres zur Durchführung der Integrationskurse findet sich auf der Homepage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Gebühren

keine

Benötigte Unterlagen

Pass des Herkunftslandes

Rechtsgrundlagen (Allgemein)

Aufenthaltsgesetz und Integrationskursverordnung