Städtekooperation

Hamm und Bari gewinnen Präsidentenpreis

Hamm und Bari haben für ein gemeinsames Projekt einen deutsch-italienischen Freundschaftspreis der Staatsoberhäupter beider Länder gewonnen. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis soll Jugendaustausche zum Thema Stadterneuerung ermöglichen.

Die Stadt Hamm zählt zu den ersten Preisträgern des von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seinem italienischen Amtskollegen Staatspräsident Sergio Mattarella zum ersten Mal ausgelobten „Preises der Präsidenten für die kommunale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien“. Am Dienstag bekamen Oberbürgermeister Marc Herter und sein Amtskollege Antonio Decaro, Bürgermeister der italienischen Universitätsstadt Bari an der Adria, in der Italienischen Botschaft in Berlin in einer Feierstunde den Preis in der Kategorie „Größere Kommunen“ übergeben. Mit dem Preis ehren die Staatsoberhäupter der beiden befreundeten Länder besonders innovative Partnerschaften und Projekte zwischen italienischen und deutschen Kommunen.

Berufskollegs legten Grundstein für die Zusammenarbeit

„Es ist mir eine große Freude, dass Hamm und Bari zu den Preisträgern gehören, zumal unser gemeinsames Projekt auf eine gewachsene Partnerschaft zwischen den Berufskollegs Friedrich-List und Marco Polo aufbaut“, sagte Marc Herter am Dienstag in Berlin. Gerade nach den pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sei es besonders wertvoll, dass Partnerschaften und Austausche über Landes- und Sprachgrenzen hinweg mit neuen Leben gefüllt werden. „Dass es dabei inhaltlich um Zukunftsthemen für beide Städte geht, mit denen sich die ganz junge Generation intensiv befassen wird, finde ich besonders wertvoll“, sagte Herter. Mehr als 70 Partnerschaften und damit mehr als 140 Gemeinden in Deutschland und Italien hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Hamm und Bari gehören zu den insgesamt fünf prämierten Preisträger-Partnerschaften. In diesen Projekten geht es u.a. um einen kreativen Austausch zu Stadterneuerung zum Beispiel in Form von Nachnutzungen leerstehender Gebäude für Kulturstätten. Hamm und Bari können dazu bereits auf eine gewachsene Partnerschaft zwischen den Berufskollegs Friedrich-List und Marco Polo aufbauen. In den zurückliegenden Jahren gab es bereits gegenseitige Besuche und Vermittlungen von Praktika.

Jugendaustausche sollen Industriestätten beider Städte untersuchen

Das Preisgeld – jeweils 25.000 Euro für Bari und Hamm – wird für weitere Projekte des Jugendaustausches genutzt, die die Industriekultur beider Städte in den Blick nehmen wird. Ziel des Projekts #IMMAGINARIURBANI ist es, ein gemeinsames Forum für Forschung, Diskussion, partizipative Gestaltung und urbanen Aktivismus zu schaffen. Schülerinnen und Schüler beider Städte werden sich gemeinsam aktiv mit konkreten Themen der Stadterneuerung sowie Umnutzung stillgelegter Anlagen, Kultur- und Naturräumen befassen. In Bari geht es unter anderem um weitere Nachnutzungsmöglichkeiten auf einem 8 Hektar großen, ehemaligen Militärstützpunkt im Zentrum der Stadt. Hier sind inzwischen eine öffentliche Bibliothek, eine Kunsthochschule und ein städtischer Park entstanden. Erneuerungsbedarf gibt es zudem bei einer ehemaligen Tabakfabrik, einem alten Fischmarkt und einem nicht mehr genutzten Gasometer. In Hamm werden unter anderem Nachnutzung und Umbau des früheren Bergwerks Heinrich Robert zu einem CrativRevier und die weitere Nutzung des Lippeparks auf einem ehemaligen Industrieareal im Fokus stehen. Geplant sind gemeinsame Workshops sowie Schüleraustausche in beiden Städten. Jeweils 100 Schüler in Hamm und Bari werden beteiligt, dazu kommen nochmals 100 Personen des Vereinswesens in beiden Städten.

Industriell geprägte Universitätsstadt in Süditalien

Bari hat 322.000 Einwohner uns ist die Hauptstadt der Region Apulien und eine bedeutende Hafen- und Universitätsstadt. Mit der chemischen Industrie, Metallindustrie und Auto-Zulieferindustrie ist Bari wie auch Hamm intensiv industriell geprägt. Mit 70.000 Studierenden ist die Universität Bari eine der größten Italiens.

v.l.n.r.: Armando Varricchio, italienischer Botschafter in Berlin; Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm; Antonio Decaro, Bürgermeister der Stadt Bari; Viktor Elbling, deutscher Botschafter in Rom

© Dario-Jacopo Laganà

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