15.11.2018

Das Kommunale Jobcenter Hamm (KJC) zieht Bilanz

„Sehr gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt“

Rückgang um fast 1.500 Leistungsempfänger: Fast jeder zehnte Hammer Hartz-IV-Bezieher hat in den vergangenen zwei Jahren einen Job gefunden. „Das sind sehr gute Nachrichten“, freute sich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bei der Vorstellung der Jobcenter-Bilanz.



„Sie resultieren aus der guten Wirtschaftslage, sind aber auch das Ergebnis der engagierten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Jobcenter. In Kombination mit den erfolgreichen Strategien ist es uns erneut gelungen, den Hilfebedarf in Hamm zu reduzieren“. Das Kommunale Jobcenter legt zur kommenden Dezember-Ratssitzung ausführliche Zahlen zu den Ergebnissen des Jahres 2018 und zur Planung für 2019 vor.

Gute Wirtschaftslage und KJC-Strategien wirken sich aus
Der Zwei-Jahres-Rückblick mit festgeschriebenen Werten für Juni 2018 zeigt: In Hamm gibt es 1.068 Harz-V-Bedarfsgemeinschaften weniger (11.797 im Juni 2016, 10.729 im Juni 2018). Das entspricht einem Rückgang um neun Prozent. Auch die Anzahl der erwerbsfähigen SGB II-Beziehenden ging um etwa neun Prozent zurück: Hier profitierten insgesamt 1.492 Menschen von den Initiativen und Integrationsaktivitäten des Jobcenters. Auch bei den Langzeitleistungsbeziehern, deren Vermittlung meist durch verschiedene Hemmnisse erschwert ist, gibt es eine positive Entwicklung: Die Zahl sank um 683 Personen, also um sechs Prozent (von 11.268 auf 10.585). Die Hammer Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,6 Prozent (im Vorjahr: 9,1 Prozent) und damit etwas niedriger als ruhrgebietsweit (9,2 Prozent).

Oskar Burkert (Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration sowie Mitglied im Beirat für Arbeitsmarktpolitik des KJC) betonte: „Das KJC setzt auf nachhaltige Qualifikation. Nur so lässt sich der Drehtüreffekt verhindern. Das zahlt sich im Moment aus. Der Erfolg wäre ohne die hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen des Jobcenters nicht möglich.“

„Teilhabechancengesetz“ des Bundes
Lothar Wobedo (Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit, Innovation und Stadtmarketing) betonte: „Wir haben gute Instrumente, die sich bewährt haben und wir haben gleichzeitig auch eine größere Zahl offener Stellen. Jetzt gilt es, Langzeitleistungsbezieher einerseits und die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes andererseits, passgenau übereinander zu bringen.“ In diesem Zusammenhang begrüßte er auch die neue Initiative des Bundes. Denn gerade Langzeitarbeitslose sollen auch vom neuen „Teilhabechancengesetz“ des Bundes profitieren, das voraussichtlich am 1. Januar 2019 in Kraft treten wird. So können Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, umfangreiche Lohnkostenzuschüsse erhalten, bis zu fünf Jahre lang. 200 Plätze sollen hier in Hamm geschaffen werden.

Zielgruppengenaue Ansprache
Das Jobcenter setzte bereits im vergangenen Jahr stark auf zielgruppenspezifische Ansätze in der Beratung und Vermittlung – mit Erfolg, wie die vorliegenden Ergebnisse zeigen. Deutlich wird aber auch in den vorgelegten Planungen, dass die Leistungsempfängerinnen und –empfänger des Jobcenters zukünftig verstärkt von „Leistungen aus einer Hand“ profitieren werden. Sie werden dann nicht mehr in zwei Abteilungen - eine zuständig für die Leistungsgewährung und eine andere für die Integration in Arbeit und Ausbildung - betreut. Marie-Luise Roberg, die Leiterin des Kommunalen Jobcenters,. erläutert: „Wir planen, diese Kräfte weiterhin in spezifischen Teams zu bündeln, die für bestimmte Personengruppen da sind. Diesen Ansatz werden wir im kommenden Jahr ausweiten. Bei der Betreuung der Alleinerziehenden, aber auch bei Zugewanderten und Geflüchteten konnten wir feststellen, dass dieses Modell sehr erfolgversprechend ist. Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit dieser Strategie auf dem richtigen Weg sind.“

Jobcenter-Präsenz im Hammer Westen
In diesem Zusammenhang ist auch geplant, dass das Jobcenter näher an seine Kundinnen und Kunden heranrückt. Wie bereits in der Betreuung der Alleinerziehenden erfolgreich erprobt, soll es zukünftig auch eine stärkere Verortung des Jobcenters in den stark frequentierten Sozialräumen geben. Den Auftakt hierzu bilden  Planungen einer Jobcenter-Präsenz im Stadtteilzentrum im Hammer Westen.