15.04.2019

„Digitale Woche Hamm“ auch 2020

„Nehmen positiven Rückenwind mit“

Vorfreude auf die „Digitale Woche Hamm“ im Jahr 2020: Nach dem großen Erfolg der Premieren-Veranstaltung kündigten die Initiatoren eine Neuauflage an. „Wir wollen den positiven Rückenwind mitnehmen und weiter verstärken“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bei der Abschlussveranstaltung im Heinrich-von-Kleist-Forum.


v. li.: Jens Kneißel, Christof Dammermann, Arnd Hilwig, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Dr Britta Obszerninks, Veronika Gorschlüter

Für den Schlussakkord der „Digitalen Woche Hamm“ hatten die Veranstalter noch einmal einen prominenten Gast nach Hamm eingeladen: Jan Ippen, Gründer und Geschäftsführer von „Ippen digital“, berichtete in anschaulicher Weise vom großen Wandel der Medienbranche. „Entweder wir bewegen uns und schaffen den Wandel – oder wir werden vom Markt verschwinden“, erklärte der Sohn von Großverleger Dirk Ippen unmissverständlich. Das klassische Zeitungsgeschäft habe in der bekannten Form keine Zukunft mehr. Die Auflagenzahlen würden weiter sinken. „Gleichzeitig ist es so, dass wir noch immer einen Teil unserer Einnahmen über das klassische Anzeigen-Geschäft erwirtschaften. Wir müssen mit unseren digitalen Geschäftsmodellen dafür sorgen, dass dieses Geld bei uns und in der Region bleibt – und nicht von Dritten abgesaugt wird. Die großen Profiteure sitzen nämlich größtenteils in den USA.“ Die Währung des Internets sei „Reichweite“. Deshalb habe man sich innerhalb der Ippen-Gruppe mit mehreren Titel zusammengeschlossen, um den Platzhirschen (insbesondere Facebook und Google) etwas entgegenzusetzen. Dadurch gehöre man heute zu den Branchen-Größen in Deutschland. „Der digitale Wandel erfordert ein Umdenken in allen Bereichen: Wir müssen in kürzester Zeit immer neue Antworten finden. Wir stellen uns diesem Wettbewerb; zumal wir keine andere Wahl haben.“



Eröffnung des ersten Makerspace
Bereits am Samstagmittag hatten Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschafts- und Innovationsministerium, das erste Makerspace eröffnet. Hier ist auch das Ideenwerk des ZDI-Zentrums Hamm zu Hause, das Jugendliche mit einer Neigung zu Naturwissenschaften und Mathematik gezielt fördert. Unter fachkundiger Anleitung lernt der MINT-Nachwuchs hier sowohl analoges als auch digitales Werken. Wer bislang nur mit der „Wischtechnik“ auf Handy und Tablet vertraut ist, kann im Makerspace ab sofort erste Erfahrungen mit realen handwerklichen Tätigkeiten machen: In der Holzwerkstatt des FabLab Hamm-Westfalen wird gesägt, geschraubt und genagelt, um eigene Ideen in reale Objekte zu verwandeln. Gleich nebenan gibt es im Ideenwerk, dem außerschulischen Lernort des ZDI, eine hochwertige digitale Ausstattung. Um hier die eigenen Ideen in reale Objekte zu verwandeln, muss zuerst das Programmieren erlernt werden. Auch das geschieht unter fachkundiger Anleitung. In regelmäßigen Workshops und mit offenen Angeboten werden Jugendliche nach und nach befähigt, die komplexe Technologie zu beherrschen.

Treffpunkt der regionalen Szene
Synergien sind beabsichtigt: Schülerinnen und Schüler, aber auch Auszubildende und Studierende, treffen im Makerspace regelmäßig auf Angehörige von Hammer Unternehmen. Ihnen wird bei der praktischen Arbeit in einer lockeren, interdisziplinären Atmosphäre immer wieder die Möglichkeiten geboten, Auszubildende und Fachkräfte von Unternehmen und auch Studierende kennenzulernen. Außerdem soll sich der Makerspace mit seiner offenen Werkstatt zu einem Treffpunkt der regionalen „Maker“-Szene in Hamm etablieren. Dem Trägerverein FabLab Hamm-Westfalen e. V. haben sich bereits mehr als 35 „Maker“ angeschlossen.