25.02.2019

Planungssicherheit für ehemaliges Zechengelände

„CreativRevier“ mit Kaufvertrag besiegelt

Das CreativRevier Heinrich Robert ist seiner Verwirklichung einen großen Schritt näher gekommen: Der Investor Jürgen Tempelmann übernimmt 250.000 Quadratmeter Fläche und Gebäudebestand.



Nachdem die Landesregierung im Dezember 2017 einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 2,2 Millionen Euro zur Entwicklung des ehemaligen Zechengeländes an die Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert GmbH übergeben hatte, wurde jetzt der Kaufvertrag für Grund und Boden sowie für den Gebäudebestand mit Investor Jürgen Tempelmann zum Abschluss gebracht. Der Dorstener, der durch die erfolgreiche Reaktivierung der ehemaligen Zechenbrache Fürst Leopold in Hervest-Dorsten bereits über einschlägige Erfahrungen in dem Geschäftsfeld verfügt, hat eine Fläche von 250.000 Quadratmetern erworben. Außerdem ist Tempelmann mit der Prisma GmbH & Co. KG nun auch Eigentümer der verbliebenen Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche zwischen 30.000 und 40.000 Quadratmetern. Nach dem Abriss mehrerer Gebäude wird die verbliebene Nutzfläche in den  Bestandsgebäuden nun noch einmal neu ermittelt.

Planungssicherheit
„Das ist die erste Stufe zur Erschaffung eines CreativReviers in Hamm“, sagte Jürgen Tempelmann. Die nächsten drei Jahre werde er mit seinem Team dazu nutzen, um das Projekt in all seinen Facetten auf den Weg zu bringen. „Da wartet viel Arbeit auf uns, auf die ich mich aber sehr freue.“ Geplant ist, das alte Zechengelände vom Standort aus neu zu entwickeln. Dazu werde er in Abstimmung mit dem Bau- und dem Planungsamt im Mai oder Juni Büros auf dem ehemaligen Bergwerk beziehen. Den Vertragsabschluss bestätigte auch Thomas Middelmann von der RAG Montan Immobilien. „Die gute Zusammenarbeit werden wir auch künftig fortsetzen“, sagte der Projektleiter. Die zweite Hälfte des ehemaligen Zechengeländes in Richtung Pelkum bleibt im Eigentum der RAG MI und soll als Wohnbaufläche entwickelt werden.

Erfreut zeigte sich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann: „Das CreativRevier kommt!“ Alle Seiten hätten jetzt Planungssicherheit. „Darüber bin ich sehr froh. Und ich bin mir sicher, dass das Projekt weit über Hamm hinausstrahlen kann; –  dass es dem Strukturwandel in unserer Stadt noch einmal einen kräftigen Schub geben wird.“

„Beharrlichkeit zahlt sich aus“
Positiv nach vorne blickt auch der heimische Landtagsabgeordnete Marc Herter, der sich seit Beginn der Planung für das CreativRevier engagiert hat. „Mit dem Kaufvertrag machen wir einen Riesenschritt zur Realisierung des CreativReviers.“ Mit der langjährigen Entwicklungserfahrung der RAG MI und der ideenreichen Entwicklungskraft, die Jürgen Tempelmann schon in Dorsten unter Beweis gestellt hat, habe die Stadt Hamm „jetzt verbindlich zwei Starke Partner, die in den Standort investieren“, so Herter. Mit dem zweiten Leben des Bergwerks als Standort für Kultur, Kreativwirtschaft, Erleben, Sport und Wohnen werde für Hamm und insbesondere auch für die Stadtbezirke Herringen und Pelkum ein starker Impuls für neue Arbeit und neue Lebensqualität gesetzt.

„Beharrlichkeit zahlt sich aus“, stellte Martin Löckmann fest. Der Geschäftsführer der Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert GmbH dankte allen Beteiligten, die den über Jahre dauernden Verhandlungsprozess gemeinsam mitgetragen haben. „Nun kann es richtig losgehen. Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten auf allen Ebenen bin ich sehr optimistisch, dass wir mit der Entwicklungsagentur unsere Ziele erreichen werden.“

2,2 Millionen vom Land
Das Land NRW unterstützt die Entwicklung des CreativReviers Heinrich Robert mit 2,2 Millionen Euro. Damit werden keine Baumaßnahmen finanziert. Mit diesem Geld übernimmt das Land die Kosten der jetzt anstehenden Entwicklungs-, Architektur- und Vermarktungsaufgaben. Damit wird die notwendige Planungssicherheit gewährleistet, die die Investoren für eine erfolgreiche Revitalisierung und Vermarktung des 55 Hektar großen, ehemaligen Zechen-Areals und der historischen Gebäudesubstanz brauchen. Langfristig sollen bis zu 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.