09.09.2018

OBesichtigt-Tour an der Waldbühne

Beim „Heimspiel“ hinter den Kulissen

Explosionen, eine tierische Verwandlung und eine Reise in die Vergangenheit: Die OBesichtigt-Tour zur Waldbühne bot den Besuchern spannende Eindrücke von Deutschlands größtem Amateurtheater.

Für Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann war die Besichtigung der Waldbühne ein „Heimspiel“: Das Stadtoberhaupt ist selbst als leidenschaftlicher Schauspieler an der Waldbühne aktiv. Mit rund 60.000 Gästen pro Spielzeit ist die Waldbühne das größte Amateurtheater in Deutschland. Durch die abwechslungsreichen und liebevollen Inszenierungen von Stücken für Kinder, Familien und Erwachsene haben sich die aktuell mehr als 200 aktiven Hobby-Schauspieler der Waldbühne einen hervorragenden Ruf erspielt, der weit über Hamm hinaus reicht. Grund genug für den Oberbürgermeister, die Hammer Bürgerinnen und Bürger einzuladen, sein „Steckenpferd“ genauer kennenzulernen. Gemeinsam mit der Waldbühnen-Vorsitzenden Ingeborg Hesse begrüßte Hunsteger-Petermann mehr als 100 Gäste auf der Waldbühnen-Tribüne mitten im Heessener Wald. Zu Beginn des Rundgangs erzählte der Oberbürgermeister den Gästen an der Zuschauertribüne aus der Geschichte der Waldbühne – angereichert mit zahlreichen Anekdoten aus fast 100 Jahren Schauspielerei, von misslungenen Pfeil und Bogen-Kunststücken und plötzlichen Stimmverlusten mitten in der Aufführung. „Darauf sind wir wirklich stolz: An der Waldbühne Heessen ist noch nie eine Aufführung ausgefallen – wir haben bei Wind und Wetter gespielt“, betonte Hunsteger-Petermann die Leidenschaft, mit der alle ehrenamtlichen Mitglieder die Stücke auf die Bühne bringen.

OBesichtigt-Tour in der Waldbühne

In die Waldbühne geboren
Im Anschluss an die Begrüßung zeigte Roland Kossmann sein Können: Als Pyrotechniker ist er für die Spezialeffekte bei den Aufführungen zuständig. Mit explodierendem Dynamit, lodernden Flammen und einer Menge Rauch demonstrierte er dem Publikum sein Repertoire, mit dem er für spektakuläre Theaterszenen sorgt. Anschließend verwandelte sich Ingeborg Hesse vor den Augen der OBesichtigt-Tourteilnehmer in ein Tier: Schminkspezialistin Pia Sperding schminkte Inge Hesse und machte sie kurzerhand zu einer Ratte – ein Vorbote für die Aufführung von „Doktor Dolittle“ am Nachmittag. Bis zu 130 Schauspieler müssen pro Aufführung geschminkt werden. Das erledigen bis zu acht Kolleginnen, die sich für die Waldbühne das Maskenbildner-Handwerk angeeignet haben. „Pia Sperding ist sozusagen in die Waldbühne geboren worden und von Kindesbeinen an dabei. Wir haben viele Familien, die komplett bei der Waldbühne aktiv sind – manche Familien haben sich hier sogar gefunden“, erklärte die Waldbühnen-Vorsitzende. In zwei Gruppen machten sich die Gäste daraufhin auf den Weg hinter die Kulissen der Waldbühne, begutachteten Requisiten und warfen einen Blick in die Umkleide, wo weitere Schauspieler zu Tieren geschminkt wurden. Den Abschluss der OBesichtigt-Tour nach rund 1,5 Stunden bildete ein Film aus den 1930er-Jahren, in dem eine Passions-Aufführung an der Waldbühne gezeigt wurde. Der Film bot den Gästen interessante Einblicke in die Anfangsjahre der Freilichtbühne, die 1925 mit der Aufführung von „Elmar“ ihr erstes Stück präsentierte und seit 1928 an der Spielstätte im Heessener Wald beheimatet ist. „Seit jeher besteht die Waldbühne aus Ehrenamtlichen, die viel Herzblut investieren. Trotzdem haben wir uns im Laufe der Jahre immer weiter professionalisiert: Was die Schauspieler, die Technik und die Maskenbildnerinnen leisten, ist erste Klasse“, war der Oberbürgermeister zurecht stolz auf „seine“ Waldbühne.

Eine Schauspielerin der Waldbühne wird geschminkt

Aufführung mit verdientem Applaus belohnt

Nachdem die Teilnehmer der OBesichtigt-Tour die Waldbühne und die Gesichter dahinter kennen gelernt hatten, konnten sie die Schauspielkünste des Waldbühnen-Ensembles erleben: Alle Gäste erhielten eine Karte für die Aufführung von „Doktor Dolittle“.