Eine wahre Geschichte

Die Reise der Verlorenen

Regisseur Thomas Luft bringt die tragische Geschichte der Irrfahrt der St. Louis am Freitag, 21. Januar, um 19:30 Uhr im Kurhaus in einer atemberaubend dichten und spannenden Inszenierung auf die Bühne. Näheres zu den Hintergünden kann man um 18.45 Uhr im Einführungsgespräch erfahren.

937 Juden gehen 1939  in Hamburg an Bord der St. Louis. Sie wollen nach Kuba und von dort weiter in die USA oder andere Länder. Doch der kubanische Präsident verbietet die Einreise und die Menschen dürfen das Schiff nicht verlassen. Die HAPAG in Hamburg protestiert. Immerhin wurden horrende Summen für Landegenehmigungen gezahlt. Die erweisen sich nun als illegal und wertlos. Die St. Louis muss den Hafen verlassen.

Kapitän Gustav Schröder kämpft um seine Passagiere: Da sind u. a. der Hebräisch-Lehrer Aaron Pozner, Anwalt Max Loewe und seine Frau Elise, Babette und Fritz Spanier, Otto Bergmann und seine eigenwillige Tochter Charlotte und die Töchter von Fritz Aber, die gültige Visa haben und deren Vater in Havanna wartet. Auch Leo Jockl befindet sich an Bord, der hofft, das seine jüdische Herkunft unentdeckt bleibt. Und Steward Otto Schiendick, seines Zeichens NSDAP-Ortsgruppenleiter auf dem Schiff und deutscher Agent, der in Havanna drei geheime Mikrofilme entgegennehmen soll.

Die Zeit drängt, doch die Verhandlungen im Hintergrund scheitern an Korruption und politischen Zielen, auch Amerika und Kanada verwehren die Einreise. Niemand will die jüdischen Flüchtlinge haben. Die St. Louis wird nach Hamburg zurückbeordert. Erst als Schröder gegen seine Kapitänsehre erwägt, das Schiff vor Sussex auf Grund laufen zu lassen, kommt Hilfe: Einige Länder bieten jeweils einer bestimmten Quote von Juden Zuflucht. Doch über sie bricht der Krieg herein und die die Reise der Verlorenen geht weiter.

Autor Daniel Kehlmann hat aus der historisch verbürgten Geschichte der Irrfahrt der St. Louis ein spannendes Theaterstück geschaffen. Regisseur Thomas Luft gelingt eine atemberaubend dichte Inszenierung auf unterschiedlichen Ebenen, die raffinierte audiovisuelle Gestaltung macht die bedrohliche Atmosphäre spürbar. Die Darsteller überzeugen mit intensiver Rollengestaltung - ein Theatererlebnis von bestürzender Aktualität.

Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung.

Plakatmotiv aus dem Schauspiel "Die Reise der Verlorenen"

©Hermann Posch

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