19.12.2016

Heimatklang - Dvořák und Smetana

Antonín Dvořák: Cellokonzert h-Moll, op. 104
Bedřich Smetana: Má Vlast

Julian Steckel, Cello
Nordwestdeutsche Philharmonie
Frank Beermann, Leitung

„In den Höhen quietscht es und in den Tiefen knurrt es“ – tief waren die Vorbehalte, die Dvořák gegenüber dem Cello hatte. Und doch schrieb er dem Cello ein monumentales Meisterwerk, eine Art „Ben Hur“ der Musikgeschichte. Schuld daran, dass Dvořák seine Meinung änderte, war das zweite Cellokonzert von Victor Herbert, das er in New York als neuer Direktor des Konservatoriums bei der Uraufführung erlebte: „Famos! famos! – ganz famos!“ jubelte er. Dvořák nahm darin Abschied von seiner heimlichen Liebe: Im zweiten Satz zitiert er sein eigenes Lied „Laßt mich allein“ – das Lieblingslied seiner ersten große Liebe und späteren Schwägerin Josefina Čermáková. Josefina starb am 27. Mai 1895. 15 Tage später änderte Dvořák, der auf der Beerdigung war, den Schluss des Finales: Er fügte das Liedzitat ein – gespielt von Holzbläsern und Solovioline in hoher Lage, wie aus einer anderen Welt herüberklingend.

Der überirdischen Solovioline verleiht Julian Steckel die Stimme. Seit dem Gewinn des ersten Preises beim „Internationalen ARD-Wettbewerb 2010“ und weiterer Preise in Paris, Berlin und Kronberg („Grand Prix Rostropowitsch“, „Grand Prix Feuermann“, „Pablo Casals Competition“) sowie dem „ECHO-Klassik“ gehört der Rostocker Professor zu den international gefragtesten Cellisten.

Historische Größe hat auch Smetanas wohl bekanntestes Werk, „Má Vlast“, das wichtigste tschechische Orchesterwerk überhaupt. Im Taumel tschechischen Nationalgefühls, nach der Wiederherstellung der tschechischen Verfassungsrechte durch die Habsburger 1860, geriet auch Smetana in den Sog der Bewegung, obwohl er damals in Göteborg lebte. Nach einigen Opern mit böhmischen und tschechischen Stoffen begann Smetana 1874, die sinfonische Dichtung „Die Moldau“ zu komponieren – ein musikalisches Epos, das den Bogen spannt von der böhmischen Geschichte und ihren Niederlagen, von der heimischen Sagenwelt bis zu den Landschaftsportraits „Die Moldau“ und „Aus Böhmens Hain und Flur“.

Termin

Donnerstag, 22. Juni 2017, 20.00 Uhr

Alfred-Fischer-Halle
Sachsenweg 10
59073 Hamm

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