08.03.2018

Jessica Gall

„Picture perfect“

Jessica Gall - vocals
Robert Matt - piano
Johannes Feige - guitar
Jo Ambros - pedal steel

Musik wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: die Großmutter war klassische Pianistin, der Großvater und ihre beiden Eltern Sänger. Schon im Alter von sechs Jahren stand die Berlinerin Jessica Gall erstmals auf der Bühne, experimentierte und suchte ihren Weg. Über Klavier und Saxofon landete sie schließlich beim Gesang: „Das Singen hat mich stärker berührt, man kann noch mehr ausdrücken.“

Sie studierte Jazz an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, erlaubte sich aber schon früh alle Freiheiten – auch abseits des Genres. Zur Finanzierung des Studiums war sie u. a. als Backgroundsängerin für Phil Collins und Sarah Connor unterwegs. Bis heute lässt sich Gall nicht festlegen, Einordnungen in bestimmte Genre-Schubladen interessieren sie nicht: „Mich inspiriert eher, überhaupt Musik machen zu können und zu dürfen. Ich bin gern abwechslungsreich (…).“

„Picture perfect“ ist ihr jüngstes Album, das im Vergleich zu seinen Vorgängern und anders als vom Titel her zu erwarten, mit Ecken und Kanten aufwartet. Ihre Songs atmen Stille und Tempo, haben Tiefgang und ausgeprägte Melodien und kreisen thematisch um das Bild eines sich stetig im Wandel befindlichen Lebens. Die Texte sind nachdenklich, mitunter auch ironisch-witzig. Die Bandbreite der einzelnen Stücke ist groß, reicht von Soul über Pop und Folk bis hin zu Country-Klängen. Auch ihrer Stimme ist ein neuer Freiraum anzumerken, sie ist etwas lauter geworden, geht mehr aus sich heraus, doch das tiefgründige Timbre bleibt ihr ureigenes Merkmal.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Pianisten Robert Matt, der auch als Produzent und Arrangeur für das Album mitverantwortlich zeichnet, und ihrem eingespielten Team versierter Mitmusiker setzt sie unbeirrt ihren Weg fort - hin zu einer der wenigen deutschen Jazz-Singer-Songwriterinnen von internationalem Niveau. Von jetzt an scheint alles möglich.

Bildnachweis
© Susanne Güttler - Fotolia.com, © Waldemar Brzezinski