21.05.2019

KlassikSommer 2019

Händelglück

Nach fulminantem Auftakt mit der Alpensinfonie stehen am 23. Juni in der Ev. Kirche in Berge um 19.30 Uhr Auszüge aus Händels Opern auf dem Programm - intoniert von Countertenor Nils Wanderer, Bastian Uhlig am Cembalo und Tabea Hubert am Cello.

Eigentlich ist er der Opern-König: 42 Opern schrieb Händel, prachtvoll und italienisch, voller Kraft, viele mit dem Zeug zum Superhit. „Ombra ma fu“ zum Beispiel, das schwärmerische Lied von König Xerxes für einen Baum. Oder das Kriegslied, das Cäsar im Schlafzimmer von Cleopatra schmettert. Und die Wahnsinnsarie des Prinzen Ariodante, nachdem sein Bruder ihm das Schwert entwand, mit dem er sich töten wollte. Feuerwerke mit rasenden Läufen. Thematisch manchmal an der Grenze zum Absurden, musikalisch immer das ganz große Glück.

So wie Händels Opern nach langer Vergessenheit gerade wieder fröhliche Urständ feiern, kommt ein weiteres Relikt aus alten Zeiten wieder in Mode: der Countertenor. Ein Wunderwesen, von dem immer noch viele denken, es müsse sich schmerzhaften Operationen unterziehen, um so singen zu können. Ein Mann, der so hoch singt wie eine Frau, aber oft mehr Zauber in unmenschliche Höhen legt.

Nils Wanderer ist so einer. Noch ist er Student – im Masterstudiengang der Guildhall School of Music and Drama in London - und doch ist der junge Württemberger schon ein Großer. So brachte er mit frischem Bachelorexamen der renommierten Franz-Liszt-Musikhochschule Weimar beim Abschiedskonzert vor überfüllten Publikumsrängen die Kritiker zum Staunen: „Kurz zusammengefasst: fantastisch!“ - „Einer Weltkarriere sollte dann nichts mehr im Wege stehen.“ In Weimar glänzte er am Deutschen Nationaltheater in verschiedenen Partien, in Italien wird er regelmäßig an die großen Bühnen eingeladen (zuletzt ins Teatro Massimo Palermo). In Amsterdam singt er demnächst in einem Vivaldi-Pasticcio und bald in London Johann Adolph Hasse. Die Zulassung an der Guildhall School eröffnete ihm soeben weitere glamouröse Chancen: Am Royal Opera House tritt er demnächst in Strawinskys „Rake´s Progress“ auf. Ein Wunderknabe.

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