Gründachkataster

Neben zahlreichen Maßnahmen zur konsequenten Durchgrünung der Stadt mit Straßenbäumen, Fassadengrün und großzügigen Parkanlagen, stellen Gründächer eine wirksame Möglichkeit dar, stadtklimatische Probleme wirksam abzumildern. Mit einer Regenabflussreduzierung von ca. 50 % (extensive Dachbegrünung) trägt die Speicherfähigkeit zu einer örtlichen Entlastung der Kanalisation bei normalen Regenereignissen bei. Bauherren, die die Errichtung eines begrünten Daches erwägen, können gem. § 21 der Abwassersatzung der Stadt Hamm von einer Gebührenreduzierung von 50% bezogen auf die begrünte Fläche ausgehen.

Gründächer wirken einer Erwärmung durch Wassertranspiration aktiv entgegen. Darüber hinaus absorbieren sie Luftschadstoffe und Lärm und verbessern den sommerlichen Wärmeschutz der Gebäude  (dadurch geringerer technischer Kühlungsaufwand!). Die im Sommer wichtige nächtliche Abkühlung der Stadt wird ohne Baumbesatz, Gründächer und begrünte Fassaden erheblich erschwert.

Der Regionalverband Ruhr hat zusammen mit der Emschergenossenschaft ein Gründachkataster für die Metropole Ruhr erstellen lassen. Dieser Service dient den Bürger*innen zu überprüfen, ob ihre Dachflächen für eine Begrünung geeignet sind.

Die Bewertung des Katasters hat ergeben, dass über 800.000 Gebäude im Ruhrgebiet dafür geeignet sind, ihre Dächer begrünen zu lassen. In der Detailanalyse können sogar die eingesparte Abwassermenge, die CO2-Absorption und der eingehaltene Feinstaub pro Jahr prognostiziert werden.

Es wird geschätzt, dass damit etwa 25.000 Tonnen CO2 und Staub gebunden werden können. Der Begrünungsaufbau auf Dächern trägt häufig zusätzlich zur Abdichtung bei und bildet darüber hinaus eine Dämmschicht auch gegen Kälte im Winter. Er kann idealerweise mit einer Solaranlage kombiniert werden und trägt aufgrund der geringeren Oberflächentemperaturen auch zur Nutzungszeitverlängerung der Solaranlage bei.

Im Zuge der Umsetzung des Gesamtkonzeptes „Per­spektive Innenstadt 2030“ hat es sich die Stadt zur Aufgabe gemacht, die Hammer Innenstadt langfristig aufzuwerten und im Sinne eines vitalen Wohn- und Einzelhandelsstandorts weiterzuentwickeln, wobei auch die Begrünung von Dach- und Fassadenflächen gefördert werden kann.

Entsprechend der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen durch die Gestaltung von Innenhöfen, Vorgärten, Fassaden und Dächern im Soziale-Stadt-Gebiet Hamm Weststadt vom 14.02.2017, sind u. a. auch die gärtnerische Gestaltung einschließlich Hofbefestigung, z.B. Anlegen von Spiel- und Wegeflächen, die Errichtung von Sitzgruppen und Pergolen, die Neu­anpflanzungen von Heckengehölzen, Maßnahmen für den Biotop- und Artenschutz und Maßnahmen, die der Entsiegelung und der ökologischen und ortsgerechten Gestaltung von Freiräumen dienen förderfähig.