24.10.2018

Verkehrsbericht 2018

Verkehrsentwicklungspläne dienen der langfristigen, strategischen Ausrichtung der Verkehrspolitik einer Gemeinde. Sie sollen Grundsatzentscheidungen vorbereiten und beim sachgerechten Einsatz von Ressourcen helfen.

Der ‚Masterplan Verkehr 2007‘ hat letztmals umfassend alle Verkehrsarten und die Verkehrssituation in allen Bezirken betrachtet. Ein so umfangreiches Werk wird in der Regel nur alle 10-15 Jahre erarbeitet.

Um in der Zwischenzeit auf neue Trends reagieren zu können, erfolgt die Fortschreibung des Masterplans in sog. ‚Verkehrsberichten‘, die sich mit Teilaspekten des Hammer Stadtverkehrs befassen.

Der ‚Verkehrsbericht 2010‘ hatte den Beitrag des Verkehrs zum Klimaschutz als Schwerpunkt.

Der aktuelle ‚Verkehrsbericht 2018‘ beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • Mobilitätsverhalten der Hammer Bevölkerung;
  • Belastung und Maßnahmenempfehlungen für das Hauptverkehrsstraßennetz


Mobilitätsverhalten der Hammer Bevölkerung


Im Rahmen der ‚Haushaltsbefragung Mobilität 2016‘ wurde das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung erfasst (Verkehrsmittelwahl, Reisezwecke etc.). Erstmals wurde auch das Mobilitätsverhalten der Studenten an den beiden Hammer Hochschulen untersucht.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Mobilitätsbefragung:

  • Erstmals seit Jahrzehnten überwiegen in Hamm mit 54 % die umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Mit Bus und Bahn werden 8 %, mit dem Rad 19 %, zu Fuß 17 % und als Mitfahrer per PKW 10 % der Wege zurückgelegt.
  • Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist mit 8 % stabil, trotz sinkender Schülerzahlen.
  • Der PKW bleibt aber mit 44 % das dominierende Verkehrsmittel.

Grafik zur Verkehrsmittelwahl der Hammer Bevölkerung

Die Analyse des KFZ-Verkehrs und die Möglichkeit zur Prognose künftiger Verkehrsströme wurden von der Stadt Hamm in den letzten zwei Jahrzehnten wesentlich erweitert.

Im ‚Masterplan Verkehr 2007‘ wurde zuletzt die Belastung des Hauptverkehrsstraßennetzes untersucht. Zu den 60 Zählstellen vom Land (Erhebungen 2010 und 2015) kommen ca. 120 Zählstellen, die von der Stadt in einem Turnus von ca. 5 Jahren bedient werden. Mit diesen Werten wurde das Verkehrsprognosesystem geeicht, sodass die Verkehrsströme mit einer Abweichungstoleranz von 2 % nahezu exakt abgebildet werden können.'

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Verkehrsprognose:

  • Die fertiggestellten Umgehungsstraßen im Stadtgebiet haben ihren Zweck erfüllt. Deutliche Verkehrsentlastung von Dortmunder Straße, Bockumer Weg und Wilhelmstraße.
  • Der PKW bleibt das mit Abstand meistgenutzte Verkehrsmittel, im Warentransport dominiert der LKW weiterhin nahezu unangefochten.
  • Die Förderung der Elektromobilität und das betriebliche Mobilitätsmanagement werden neben klassischen Instrumenten Straßenbau und Verkehrstechnik zunehmend wichtiger für einen zukunftsfähigen Autoverkehr
  • Verkehrs- und Parkraumkonzepte leisten einen wichtigen Beitrag zur stadtverträglichen Abwicklung des Autoverkehrs.


Ausblick

Folgende Themen prägen in den nächsten Jahren die Verkehrsentwicklung in Hamm:

  • Neuordnung des Busnetzes mit Schaffung von Direktverbindungen
  • Elektromobilitätskonzept für die Stadt Hamm
  • Konzept zur Anbindung der Ortsteile an den Radschnellweg RS 1
  • Vervollständigung des Netzes der Umgehungsstraßen und Autobahnzubringer


Bis 2025 soll auch ein neuer, gesamtstädtischer  ‚Masterplan Verkehr‘ aufgestellt werden, um ggf. neue Prioritäten in der Hammer Verkehrspolitik setzen zu können.

Im Frühjahr 2019 wird die Stadt Hamm eine ‚Zukunftswerkstatt Mobil in Hamm‘ durchführen, bei der sich Bürger, Politiker und Verbände informieren und austauschen können.

Bildnachweis
Foto: Thorsten Hübner, Thorsten Hübner
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