17.09.2018

Verkehrsbericht 2018

Jeder fünfte Weg mit dem Rad

Erstmals seit Jahrzehnten haben umweltfreundliche Verkehrsmittel in Hamm ein Übergewicht. Dennoch sind Investitionen in den Straßenbau dringend notwendig.

54 Prozent der Wege in Hamm werden per Bus und Bahn (8 Prozent), mit dem Rad (19) oder zu Fuß (17) sowie als Mitfahrer per PKW (10) zurückgelegt: Damit haben erstmals seit Jahrzehnten die umweltfreundlichen Verkehrsmittel wieder ein Übergewicht. „Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des großen Stadtgebietes ein sehr gutes Ergebnis, das unsere Bemühungen bestätigt – auch wenn wir uns darauf nicht ausruhen dürfen“, betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bei der Vorstellung des Verkehrsberichts 2018. Erfreulich sei auch, dass der Radverkehrsanteil auf hohem Niveau nochmal gesteigert werden konnte, nämlich um zwei Punkte auf 19 Prozent.

Grafik zur Verkehrsmittelwahl der Hammer Bevölkerung

Stadt übernimmt Planungen
Sechs Prozent weniger Wege werden dagegen mit dem Auto zurückgelegt, es bleibt allerdings mit 44 Prozent mit weitem Abstand das beliebteste Verkehrsmittel. Deshalb war neben der Bürgerbefragung zur Verkehrsmittelwahl auch die Auslastung des Hauptverkehrsstraßennetzes anhand von aktuellen Zählergebnissen, Belastungsschwerpunkten und einer Verkehrsprognose 2030 Inhalt des Berichts. „Die Zahlen machen deutlich, dass Projekte wie die A445 und die B63n vom Land unverzüglich in Angriff genommen werden müssen. Mehrere Zehntausend Anwohner warten auf die Entlastung über die Ortsumgehungen“, betonte Hunsteger-Petermann in diesem Zusammenhang. Damit wichtige Projekte des Landes wie der Radschnellweg Ruhr, die B63n, die L667n und die Zollstraßen-Brücken angestoßen werden, übernehme die Stadt Hamm inzwischen sogar die Planungen. „Dafür sind wir als Kommune eigentlich nicht zuständig. Aber wir machen das, weil wir den Radweg, die Straßen und Brücken nun mal so schnell wie möglich haben wollen“, betonte Hunsteger-Petermann. Insbesondere bei den umfangreichen Straßenbauprojekten werden aber selbst unter optimalen Bedingungen noch viele Jahre bis zur Umsetzung ins Land gehen.

„Die Ergebnisse des Verkehrsberichtes werden wir in einer größeren Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, Interessenverbände und Verkehrsträger noch vorstellen und diskutieren“, kündigte Carsten Gniot, Leiter der Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt, bei der Vorstellung an. Im nächsten Schritt wird der Verkehrsbericht dem Rat zum Beschluss vorgelegt.

Weitere Infos zum Thema

Download