13.07.2018

25 Jahre fahrradfreundliche Stadt Hamm

Ein ambitioniertes Ziel vor Augen

Die Radfahr-Bilanz der vergangenen 25 Jahren kann sich in Hamm sehen lassen: knapp 40 Millionen Euro wurden zwischen 1993 und 2018 in den Radverkehr investiert, 20 „Fahrradstraßen“ eingerichtet und der Radverkehrsanteil auf 19 Prozent gesteigert.

Radfahrer auf dem Mitteldamm

Das soll zukünftig ausgebaut werden: In den nächsten Jahren soll mindestens jeder vierte Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs sein – ein durchaus ehrgeiziges Ziel.

Seit 1993 ist Hamm Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte“ und hat sich seitdem zur Fahrrad-Metropole entwickelt – unter den Großstädten in Nordrhein-Westfalen hat nur Münster einen höheren Radverkehrsanteil. Bei kürzeren Strecken liest sich die Bilanz sogar noch deutlich besser: Bei Entfernungen von bis zu drei Kilometern werden im Stadtgebiet mehr Fahrten mit dem Fahrrad (rund ein Drittel) als mit dem Auto (nur jede Vierte) zurückgelegt. „Die Entwicklung ist vielversprechend und geht in die richtige Richtung, allerdings ist sie noch lange kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen“, betont die städtische Radverkehrsbeauftragte, Cornelia Winkelmann.

Investitionen deutlich über Bundesschnitt
Pro Jahr investiert die Stadt Hamm mehr als 1,5 Millionen Euro in den Bau und die Unterhaltung des insgesamt rund 200 Kilometer langen Radwegenetzes – das entspricht einer Verdreifachung der Investitionen im Vergleich zu 1993. Mit zehn Euro pro Jahr und Einwohner gibt Hamm doppelt so viel fürs Radfahren aus wie der Durchschnitt der Kommunen im Land. Dank der Investitionen wurden beispielsweise elf Hauptrouten in jeden Ortsteil und die Fahrrad-Promenade um die City gebaut. Nahezu jede Einbahnstraße wurde für den Radverkehr geöffnet, wodurch Radfahrer mittlerweile auf 20 „Fahrradstraßen“ Vorfahrt haben. Neben den städtischen Investitionen ist vor allem auch die Einstellung der Bürgerinnen und Bürger zum Radfahren einer der Erfolgsfaktoren. „Die Hammer fahren gerne Fahrrad, probieren neue Wege und Veranstaltungen aus und lassen sich auch von schlechtem Wetter nicht unterkriegen. Diese tolle Einstellung müssen wir ausnutzen und (baulich) unterstützen, dann ist ein Radverkehrsanteil von 25 Prozent und mehr durchaus möglich“, erzählt Winkelmann.

Weitere Radwege werden gebaut
Um Radfahren in Hamm attraktiv zu halten und den Radverkehrsanteil weiter zu steigen, sind allerdings auch größere Baumaßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur nötig. Ein Beispiel ist der Radschnellweg RS1, der speziell den wachsenden Pendler- und Freizeitverkehr auffangen soll. Anschließen an die „Fahrrad-Autobahn“, die in Hamm auf dem Mitteldeich zwischen Datteln-Hamm-Kanal und Lippe in Höhe der Brücke an der Münsterstraße enden wird, müssen leistungsstarke Zubringer, die den RS1 vom Mitteldeich in alle benachbarten Stadtbezirke führen. Neben diesem Großprojekt plant auch die Stadt Hamm in den kommenden Jahren weitere Investitionen: So werden unter anderem bis 2020 neue Fuß- und Radwege im Selbachpark und zwischen Friedrich-Ebert-Park und Dortmunder Straße gebaut sowie Auf dem Brink gebaut.



Zahlreiche Sanierungen stehen an

Darüber hinaus erhalten die Bergarbeitersiedlungsstraße und die Hammer Straße neue Radfahrstreifen. Zudem werden in den kommenden Jahren die Radwege entlang der Adenauerallee, des Nonnenwegs, des Schneckenwegs (zwischen Sandstraße und Sachsenring) und die Radwege rund um den Burghügel Mark sowie zwischen Münsterstraße und Kornmersch neu angelegt beziehungsweise umfangreich saniert. Abgeschlossen sind die städtischen Maßnahmen damit jedoch nicht – schließlich werden das gesamte Jahr über im Stadtgebiet Ausbesserungen vorgenommen und Schlaglöcher beseitigt. „Natürlich haben wir noch jede Menge zu tun, wenn wir unseren Status als fahrradfreundliche Stadt ausbauen wollen. Aber schon jetzt ist klar: in Hamm radelt es sich heute schon viel besser als in den meisten deutschen Großstädten“.

Vielfältiges Jubiläumsprogramm

Zur Feier des 25-jährigen Bestehens als „fahrradfreundliche Stadt“ hat die Stadt Hamm gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern ein vielfältiges Programm für das Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt. Dazu gehören unter anderem die Aktion „Stadtradeln“, das „Sattelfest“ zwischen Hamm und Soest, eine Podiumsdiskussion zur Fahrradfreundlichkeit der Stadt sowie eine Fachtagung des ADFC.