14.03.2018

Glossar - Flächennutzungsplan

Altlasten
Abfall- und Schadstoffablagerungen, verursacht durch Produktionsverfahren, unsachgemäße Lagerung oder Immissionen; zumeist Boden- und Grundwasserverunreinigungen verbunden (Industrie- und Gewerbestandorte, Mülldeponien etc.)

Arrondierung
Abrundung von Flächen, nachträgliche oder zusätzliche Bebauung im Zusammenhang mit bestehenden Siedlungsbereichen.

Außenbereich
Gebiete außerhalb des räumlichen Geltungsbereiches eines Bebauungsplanes und außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile (§ 35 BauGB).

Baufläche
Eine im Flächennutzungsplan für die Bebauung vorgesehene und nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung dargestellte Fläche; nach der Baunutzungsverordnung (BauNVO) werden unterschieden: Wohnbauflächen (W), gewerbliche oder industrielle Bauflächen (GE/GI), Gemischte Bauflächen (MI/MK) und Sonderbauflächen (SO).

Bauleitplanung
Im Baugesetzbuch (BauGB) geregeltes Verfahren in der Planungshoheit der Gemeinden zur vorausschauenden Ordnung der städtebaulichen Entwicklung durch Regelungen zur baulichen und sonstigen Nutzung der Grundstücke.
Es wird zwischen vorbereitenden Bauleitplänen für ein gesamtes Stadtgebiet (Flächennutzungsplan) und verbindlichen Bauleitplänen für Teilflächen eines Stadtgebiets (Bebauungsplan, Vorhaben- und Erschließungsplan) unterschieden.

Bauleitplan
Bauleitplan ist in Deutschland der Oberbegriff für die vom Baugesetzbuch geregelten vorbereitenden Bauleitpläne (siehe Flächennutzungsplan) und verbindlichen Bauleitpläne (siehe Bebauungsplan).

Bebauungsplan (B-Plan)
B-Pläne sind aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln. Der Bebauungsplan enthält verbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung, i.d.R. für ein begrenztes Teilgebiet der Gemeinde. Er konkretisiert inhaltich die vom FNP dargestellten Grundzüge innerhalb des von ihm gesetzten Rahmens.

Biotop
Lebensraum einer bestimmten Tier- oder Pflanzengesellschaft von einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung abgegrenzter Beschaffenheit (z.B. Teich, Feldgehölz).

Brache
Fläche, die nicht mehr ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung (z.B. Industrie, Bahngelände, Kaserne, Acker) entsprechend genutzt ist, sondern über einen längeren Zeitraum sich selbst überlassen wurde.

Flächennutzungsplan
FNP oder F-Plan genannt; vorbereitender Bauleitplan, der die beabsichtigte Art der Flächennutzung für das gesamte Gemeindegebiet in den Grundzügen regelt. Der FNP ist für die Behörden verbindlich/rechtlich bindend. Anders als beim Bebauungsplan kann der einzelne Bürger aus dem Flächennutzungsplan keine Rechtsansprüche ableiten.

Flächenrecycling
Aufbereitung und Wiederverwendung von brachgefallenen Grundstücken für neue Nutzungen, insbesondere von aufgegebenen Industriestandorten; häufig ist zunächst eine Sanierung von Altlasten erforderlich.

Fachplanung
Aufstellung von Plänen zur Durchführung fachbezogener Aufgaben auf der Grundlage besonderer gesetzlicher Vorschriften (z. B. Bau von Verkehrswegen). Hierzu zählen die aufgrund von Fachplanungsgesetzen des Bundes und der Länder durchgeführten förmlichen Fachplanungen.

Güterverkehrszentrum (GVZ)
Großflächiger Gebäudekomplex, in dem Güter von verschiedenen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, Wasser, Luft) zwischengelagert und verteilt werden.

Immissionen
Einwirkungen auf einen Ort oder ein Grundstück durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Strahlen, Wärme und andere Emissionen.

Individualverkehr (IV)
Alle einzeln oder mit privaten Fahrzeugen durchgeführten Ortsveränderungen. Der Verkehr mit Kraftfahrzeugen (PKW, LKW oder Motorrad) wird als motorisierter Individualverkehr MIV bezeichnet.

Innenbereich
Gesamtheit der im räumlichen Zusammenhang bebauten Ortsteile eines Stadtgebietes (§ 34 BauGB).

Konversion
Umnutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften (z. B. Kasernen, Übungsplätze) für zivile Zwecke.

Landschaftsplan
Planungsinstrument des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Dabei weist der Landschaftsplan nicht nur wertvolle Schutzgebiete, wie Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete aus, sondern trifft flächendeckend Ausweisungen zum Erhalt und langfristigen Entwicklung von Natur und Landschaft. Die gesetzliche Grundlage ist das Landschaftsgesetz des Landes NRW.

Lokale Agenda 21
Kurzbezeichnung für ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen, das 178 Staaten 1992 bei der Konferenz in Rio de Janeiro  beschlossen haben. Ziel des Aktionsprogramms ist eine nachhaltige Entwicklung in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht unter enger Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger. Gemäß Art. 28 sollte in den Städten und Gemeinden bis 1996 ein Konsens über einen kommunalen Aktionsplan (lokale Agenda 21) erzielt werden. In Hamm wurde 199X das XXX-Konzept verabschiedet.

Nutzungsmischung
Mischung von Wohn- und Gewerbenutzung, Handels- und Dienstleistungseinrichtungen etc. in einer begrenzten Raumeinheit.

ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr (Bus, Stadtbahn und Taxi)

Regionalplan
Der Regionalplan (ehem. Gebietsentwicklungsplan GEP) legt auf der Grundlage des Landesentwicklungsprogramms und des Landesentwicklungsplanes die regionalen Ziele der Raumordnung für die Entwicklung des Regierungsbezirks und für alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen im Planungsgebiet fest ( § 19 Abs. 1 Landesplanungsgesetz  (LPlG NW) ).  Darüber hinaus bildet der Regionalplan die Grundlage für die erforderliche Anpassung der Bauleitpläne der Städte und Gemeinden an die Ziele der Raumordnung.

Schutzgebiete
Flächen, die aus Gründen des Natur-, Landschafts- und Wasserschutzes bestimmte Nutzungseinschränkungen und/oder Entwicklungsmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben sind.

Siedlungsstruktur
Gefüge der unterschiedlichen Flächennutzungen, Verkehrswege, Grünräume und Gestaltungselemente einer Siedlung. Strukturbeschreibende Begriffe einer Siedlung sind u. a. Zentrum, Vorort, Quartier, etc.

Suburbanisierung
Auch „Stadtrandwanderung“ genannt; Verlagerung von Bevölkerung, Versorgungseinrichtungen, Wohn- und Arbeitstätten ins Umland der Kernstadt; führt i. d. R. zur Zersiedelung und erzeugt ein hohes Verkehrsaufkommen.

Tertiärer Sektor
Bezeichnung des Wirtschaftssektor/bereichs, dem private und staatliche Dienstleistungen angehören z. B. Handel, Verwaltung, Bildungs- und Schulwesen und freie Berufe.

Träger öffentlicher Belange (TöB)
TöB bezeichnet Behörden und Stellen, deren Anhörung und Einbeziehung bei bestimmten (Bau-)Vorhaben gesetzlich vorgeschrieben ist. Dies sind die Behörden, die im Rahmen der Bauleitplanung von den Gemeinden gem. § 4 Baugesetzbuch einzuschalten sind, sofern der Aufgabenbereich dieser Behörden durch die Planungen der Gemeinden berührt ist. Sie haben ihre Stellungsnahmen innerhalb eines Monats abzugeben und sich dabei auf ihren Aufgabenbereich zu beschränken.

Wanderungen
Zu- und Fortzüge von Personen mit Bezug auf ein bestimmtes Gebiet z. B. einen Stadtbezirk. Die Differenz aus Zu- und Fortzügen ergibt eine positive oder negative Wanderungsbilanz für dieses Gebiet.

Weiche Standortfaktoren
Zu den weichen Standortfaktoren zählen die Umweltqualität, das Freizeit- und Kulturangebot, insgesamt der Wohnwert einer Stadt. Die weichen Standortfaktoren spielen heute neben den klassischen "harten" Standortfaktoren (Verkehrsanbindung, Nähe zu Absatzmärkten usw.) eine erhebliche Rolle bei der Standortwahl von Unternehmen.

Wirtschaftlicher Strukturwandel
Entwicklung, bei der sich die jeweilige Bedeutung der unterschiedlichen Wirtschaftssektoren hinsichtlich Wirtschaftsleistung und Beschäftigtenzahl erheblich verschiebt.

Wirtschaftssektor
Teilbereich der Wirtschaft; die Landwirtschaft und die Fischerei werden als primärer, die industrielle Produktion des verarbeitenden Gewerbes als sekundärer und der Dienstleistungsbereich als tertiärer Bereich bezeichnet.

Zentrenstruktur
Hamm weist eine polyzentrale Struktur mit über das Stadtgebiet verteilten gewachsenen Ortsteilen als Versorgungs- und Dienstleistungszentren auf.

Zersiedelung
Prozess des Ausuferns der Siedlungsflächen und der übermäßigen Inanspruchnahme der freien Landschaft durch meist gering verdichtete Siedlungsflächenerweiterungen in den Randbereichen von Verdichtungsräumen.