Frühkindliche Bildung

Neue Kitas und Betreuung: Ausbau mit Qualität

14 neue Kitas, flexiblere Angebote, mehr Engagement in der Fachkräftegewinnung und eine weitere pädagogische Qualitätssteigerung in der Kindertagespflege und der Kita-Betreuung: Das sind die nächsten Etappen im Bereich frühkindliche Bildung auf dem Weg zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands.

Die Bedarfsplanung für frühkindliche Bildung in der Stadt Hamm wurde von Oberbürgermeister Marc Herter, Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks, Jugendamtsleiter Hendrik Schickhoff und Achim Helbert, Abteilungsleiter Frühkindliche Bildung im Jugendamt der Stadt Hamm vorgestellt.  „Mit den neuen Initiativen und Maßnahmen kommen wir unserem Ziel der familienfreundlichen Stadt ein gutes Stück näher. Das sind gewaltige Investitionen, aber jeder Euro ist hier gut angelegt“, betonte Oberbürgermeister Marc Herter. Erstmals wurde dabei die Bedarfsplanung auf fünf Jahre konzipiert, zuvor war das meist für ein bis zwei Jahre erfolgt.  Mit Beginn des neuen Kita-Jahres war bereits die neu entwickelte Elternbeitragssatzung in Kraft getreten. Durch sie wurden Familien mit geringeren Einkommen vollständig von der Beitragsverpflichtung entbunden und die mittleren Einkommensgruppen spürbar entlastet. Der maximal zu leistende Beitrag liegt seitdem bei 150 Euro monatlich.

Weniger Überbelegung für mehr pädagogische Qualität
Aktuell gibt es in Hamm 108 Kitas in 27 unterschiedlichen Trägerschaften (Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Stadt, Vereine, Elterninitiativen) sowie rund 120 Tagespflegepersonen, die rund 7.300 Betreuungsplätze anbieten. Im Rahmen des bisherigen Ausbauprogramm wurden in den vergangenen Jahren rund 30 neue Kitas in Hamm in Betrieb genommen. „Neben einer bedarfsorientierten Versorgung mit Angeboten in der frühkindlichen Bildung sollen auch die Qualität der pädagogischen Arbeit und die Flexibilisierung der Betreuungsangebote in den nächsten Jahren gestärkt werden“, skizziert Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks den eingeschlagenen Weg.  Deshalb werden mit 14 neuen Kindertageseinrichtungen bis zum Kindergartenjahr 2027/2028 die Angebote in der frühkindlichen Bildung zur Absicherung des Rechtsanspruches bedarfsorientiert weiter ausgebaut. Zur Stärkung der Qualität in der pädagogischen Arbeit werden die Überbelegungsplätze in den bestehenden Kindertageseinrichtungen abgebaut.

Bessere Finanzierung in der Kindertagespflege
Bisher notwendige Betreuungsangebote in Übergangsgruppen werden auf Dauer in die Regelstruktur überführt. Eine zusätzliche Maßnahme für mehr pädagogische Qualität ist auch die Digitalisierung, für die Geld über einen „Innovationfond“ bereitgestellt wird. Die Digitalisierung betrifft hier nicht die pädagogische Arbeit, sondern die notwendige Entwicklungsdokumentation. „Mit den entsprechenden Geräten und W-LAN können die Erzieherinnen und Erzieher zum Beispiel den Zeitaufwand in der Entwicklungsdokumentation ein Stück weit senken. Das ist dann wieder ein kleines Plus an Zeit, die der pädagogischen Betreuung der Kinder zugute kommt“, erklärt Achim Helbert, Abteilungsleiter Frühkindliche Bildung im Jugendamt der Stadt Hamm.  

Im Bereich der Kindertagespflege werden die Stundensätze angehoben und ein Vertretungsmodell entwickelt. Außerdem soll ein Modell entwickelt werden, bei dem sich der zusätzliche Aufwand (zum Beispiel bei betreuten Kindern mit Inklusionsbedarf) finanziell niederschlägt. Darüber hinaus wird in jedem Sozialraum eine weitere Großtagespflege entstehen – eine Betreuungsform, die gerade von Eltern ganz junger Kinder stark nachgefragt wird.

Gemeinsamer Weg mit Kooperationspartnern 
Verstärkte Bemühungen bei der Fachkräftegewinnung und die Erarbeitung flexiblerer Betreuungsangebote, die Familien weiterhelfen: Diese Themen geht die Stadtverwaltung gemeinsam mit allen im frühkindlichen Bereich tätigen Organisationen an. Ende September kamen beim 1. Fachtag der „Frühkindlichen Bildung“ auf städtische Einladung mehr als 70 Fachleute in den Austausch: auch zu Fragestellungen zu familienfreundlichen Öffnungszeiten, Ferienschließungen und Betreuung zu ungewöhnlichen Zeiten. Seitdem wird in einer Arbeitsgemeinschaft darüber hinaus trägerübergreifend erarbeitet, welche gemeinsamen Maßnahmen helfen könnten, kurzfristige Entlastung beim aktuellen Fachkräftemangel zu schaffen. Genauso wichtig ist der Arbeitsgemeinschaft aber auch eine abgestimmte Strategie mittel- und langfristig Fachkräfte in ausreichender Zahl und mit benötigter Qualifikation zu gewinnen und bei den Trägern zu halten.

Eine Erzieherin sitzt mit mehreren Kitakindern an einem Tisch

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