08.09.2016

Erle (Schwarzerle)

Botanischer Name: Alnus glutinosa
Familie: Birkengewächse
Wuchs: schnellwüchsig; breit; kegelförmige Krone
Wuchsbreite: 4 bis 10 Meter
Höhe: 6 bis 10 Meter
Fruchtart: Zapfen und zapfenartige
Alter: bis Zu 120 Jahre  

Link öffnet neues Fenster mit Pdf-Dokument der Schwarzerle

Wissenswertes zur Erle

Die Schwarzerle war der Baum des Jahres 2003. Und das mit Recht! Denn die Erle ist ein ganz außergewöhnlicher Baum. Da ist zunächst einmal ihre Form. Kein anderer Laubbaum hat einen so auffallenden bis in die Kronenspitze gerade durchlaufenden Stamm wie die Schwarzerle. Und es gibt auch keinen anderen Laubbaum, der als Früchte kleine Zapfen hat. Die Früchte der Erle verholzen nämlich während des Heranreifens und werden zu Zapfen. Besonders ist auch das Holz der Erle. Im Wasser verbaut, ist es besonders dauerhaft, weshalb nahezu halb Venedig auf Erlenpfählen erbaut wurde.

Die Schwarz-Erle ist eine echte Kämpferin. Sie besitzt wie keine andere heimische Baumart die Fähigkeit nasse Standorte zu besiedeln. Hierbei hilft ihr ein sehr tiefreichendes, wegen seiner Form so genanntes Herzwurzelsystem, durch das sie auch schwere Tonböden zu erschließen vermag. Sogar Überschwemmungen kann die Erle eine Zeit lang vertragen. Ihre Luft erhält sie dann durch auffallend große Öffnungen in der Rinde (sog. Lentizellen) und Luftkanäle im Holz. Unter der Erde helfen der Erle Wurzelknöllchen, die Bakterien beherbergen, Luftstickstoff zu binden. Dafür bekommen die Mikroorganismen von der Erle Zuckerlösung aus der Photosynthese ihrer Blätter – eine sehr effektive Verbindung!

Der Name „Glutiosa“ steht für die leimartige Konsistenz der jungen Triebe, welche früher zur Bekämpfung von Mückenplagen genutzt wurden. Auch die Zapfen der Erle wurden damals als Hausmittel verwendet. Ihre Farbe wurde zum Einfärben von Leder genutzt, aber auch zum Herstellen von Tinte.

Die Gerbstoffe der Blätter und der Rinde sollen in der Naturheilkunde bei Geschwüren und Wunden helfen. Sie gelten als fiebersenkend und innerlich angewendet sollen sie bei Rheuma und Halsentzündungen die Schmerzen lindern. Auf wunden Füßen sollen die Blätter Wunder bewirken. Bei Müdigkeit und Niedergeschlagenheit hilft es bisweilen, eine Erle aufzusuchen: sie macht einen wieder fit für all die sonstige Härten des Lebens.

Quelle
de.wikipedia.org
baum-des-jahres.de