18.11.2016

Flutmulde

Flutmulden sind Senken im Gelände, die talabwärts leicht schwingend angelegt sind und die Strömungsrichtung bei Überflutungen und hohen Wasserständen nachzeichnen. Das Wasser kann hier länger verweilen, als in der übrigen Aue. Oftmals findet man Flutmulden in den ehemaligen Fließrinnen von Altarmen, teils entstehen sie als Abflussrinnen beim Rückgang der Auenüberschwemmungen. Im Gegensatz zu den Stillgewässern haben die Flutmulden eine geringere Wassertiefe und trocknen daher vor allem in heißen Sommermonaten teils vollständig aus. Der überflutete Bereich der Aue hat ein vom Gewässerbett des Flusses unabhängiges Fließverhalten. Es setzt ein dem Gefälle des Geländes folgender, eher geradliniger Abfluss ein, der eigene Strukturen aufweist.

Durch den Strukturreichtum, trockene, nasse und schlammige Bereiche, ergibt sich ein wichtiger Lebensraum für viele Vogelarten. Uferschnepfen und Bekassinen finden hier ein vielfältiges Angebot an Nahrungs-, Brut- und Rastplätzen. Auch Weißstorch und Graureiher picken in dem schlammigen Grund nach Nahrung. Von Fischen werden die Flutmulden als gern gesehene Kinderstuben und Nahrungsraum angenommen (s. Fließgewässer).

Im Umfeld der Flutmulden bilden sich gern artenreiche Feuchtwiesen wie Seggenriede aus.