18.11.2016

Auenwald

An Flüssen entstehen durch unterschiedliche Überschwemmungshäufigkeiten und Grundwasserstände Lebensräume mit verschiedenen Standortbedingungen.

Beim Auenwald wird unterschieden zwischen Weichholz- und Hartholzauenwäldern.

Im Weichholzauenwald finden sich Pflanzen, die an häufige Überschwemmungen und einen hohen Grundwasserstand angepasst sind. Auf den sandig-kiesigen Böden können vor allem Silberweiden, aber auch Schwarzpappeln, Grauerlen und Strauchweiden ein wochenlanges Hochwasser überstehen.

In weiterer Entfernung zum Flussufer, auf den Talböden, die weniger häufig überflutet werden, befindet sich die so genannte Hartholzaue. Auch das Grundwasser steht hier nicht so hoch an, wie in der flussbegleitenden Weichholzaue. Der Hartholzauenwald setzt sich überwiegend aus Esche, Ulme und Ahorn zusammen. Es sind auch Arten wie Traubenkirsche, Linde oder Eiche zu finden.

Zahlreiche Tag- und Nachtfalterarten wie der Große Fuchs, der Große Eisvogel oder der Violette Silberfalter leben hier. Die Raupen des Großen Eisvogels sind auf einen hohen Bestand der Zitterpappel angewiesen, da sie sich ausschließlich von deren Blättern ernähren. Insektenvertilger wie Heidelibellen, Großer Blaupfeil oder Königslibelle finden hier ein reiches Nahrungsgebiet. Der Auenwald bildet vor allem auch für Käferarten einen wichtigen Lebensraum. Hier ist ein großes Spektrum von bis zu 1000 verschiedenen Arten zu finden. Alt- und Totholz bewohnende Käfer wie der Heldbock, der Eremit und der Hirschkäfer fühlen sich hier durch die Ungestörtheit des Waldes besonders wohl. Aber auch viele Vögel schätzen den Baumbestand. Die Auenwälder werden vor allem von Arten wie dem Pirol, der Singdrossel und der Nachtigall, aber auch von vielen Spechtarten gern angenommen. Als Vertreter der Fledermäuse ist vor allem das Große Mausohr zu nennen.