Der Umweltkalender - wer wie was, wieso weshalb warum?
„Wenn viele kleine Leute an vielen Orten vielen kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern" (Julian, 13 Jahre)
Hamm eine relativ waldarme Stadt. Die Landschaftsstruktur ist durch die Lage zwischen Ruhrgebiet und Münsterland zum einen stark geprägt durch den Bergbau, zum anderen durch zahlreiche Freiflächen (65 % der Gesamtfläche!), davon knapp 60 Prozent landwirtschaftlich nutzbar. Hamm ist also eine „grüne Stadt“. Dass hier aktiver, auch kommunaler Umweltschutz schon Tradition hat, zeigte die schon erwähnte Auszeichnung „Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz“.
Aus dieser Verpflichtung heraus ist dann 2001 im Umweltamt die Idee entstanden, einen Umweltkalender zu entwickeln, der Veranstaltungen zum Thema „Umwelt“ zusammenfasst und den Bürgern Exkursionen, Diavorträge oder Diskussionsforen bietet, aber auch Angebote speziell für Kinder. Gerade das Angebot für Kinder war ein wichtiger Baustein für den großen Erfolg des Kalenders. „Kinder sind unsere Zukunft“ heißt es so schön, doch der Bezug zur Natur ist bei vielen Kindern nicht mehr ausreichend hergestellt. Die Erfolgsaussichten, das Interesse der Kinder für die Veranstaltungen zu wecken, vor allem bei den vielfältigen Angeboten durch TV, PC oder DVD, waren nicht gerade rosig. Umso überraschender und erfreulicher waren die schon nach 3 Wochen komplett ausgebuchten Veranstaltungen für das jeweilige Halbjahr. Mit jedem veröffentlichten Kalender waren die Veranstaltungen schneller ausgebucht, so dass es inzwischen knapp 100 Veranstaltungen pro Jahr allein für Kinder gibt.
Für die Planung und Durchführung der Veranstaltungen hat das Umweltamt eine selbständige Umweltpädagogin und Diplombiologin engagiert. Dies hat sich als ein wahrer Glücksfall erwiesen, weil Sie die Veranstaltungen kindgerecht aussucht, gestaltet und durchgeführt. Die Kinder sind mit großer Begeisterung dabei, wenn es um „Willy Wurm“, "Wilma Wildbiene“ oder einen „Erlebnisnachmittag auf dem Bauernhof“ geht. Immer wieder melden sich Eltern und berichten, wie begeistert die Kinder sind von den großen und kleinen Geheimnissen der Natur und dass besonders aktives Erleben vor Ort viel Spaß machen würde. Das unterstützt die oben genannte These, wonach insbesondere handlungsorientiertes, sinnhaftes Erleben besonders wichtig und lehrreich ist. Doch ist es auch nicht immer einfach, die Kinder für einige Stunden aus Ihrer „technischen Welt“ herauszuholen und ihre kompletten Sinne wieder anzuregen, um aktiv zu erleben und zu lernen. Doch wenn man sie „an die Hand nimmt“, dauert es oft nicht lange und sie sind eingetaucht in die Erlebniswelt „Natur“.Der Kalender hat sich inzwischen etabliert als fester Bestandteil des Veranstaltungskonzeptes der Stadt Hamm und neben den „alten Hasen“ gibt es auch immer wieder neue Kinder, die über Mund-zu-Mund-Propaganda davon erfahren haben und so bereits die nächste Naturprofi-Generation bilden.









