06.10.2014

Maßnahmenblock Heidemühle

Der Maßnahmenblock „Heidemühle“ ist der östlichste der vier Maßnahmenblöcke und bildet gleichzeitig das östliche Ende des FFH-Gebietes „Lippeaue zwischen Hangfort und Hamm“. Der Maßnahmenblock lässt sich in seinen nördlichen Teilbereich (rechtsseitig der Fließrichtung der Lippe), und seinen südlichen Teilbereich (linksseitig der Fließrichtung der Lippe) unterteilen.
Die Umsetzung im Maßnahmenblock Heidemühle wird voraussichtlich im Herbst 2014 begonnen. Hier können Sie sich im Detail über die Maßnahmen, die im Maßnahmenblock Heidemühle-Süd umgesetzt werden sollen, informieren:

Detailplan Heidemühle-Süd

Den Detailplan zu den Maßnahmen im Maßnahmenblock Heidemühle-Nord werden wir hier in Kürze veröffentlichen. 

Im fortlaufenden Text werden einige der geplanten Maßnahmen näher erläutert. Auf der linken Seite können Sie sich auch über die übrigen drei Maßnahmenblöcke informieren.

Im Maßnahmenblock Heidemühle ist die Umsetzung folgender Maßnahmen geplant:

1. Uferentfesselung
Über eine Strecke von mehreren hundert Metern wird die Lippe hier „entfesselt“, das heißt, die vorhandene Steinschüttung, die zur Uferbefestigung dient, wird entfernt. Diese „Rückbau-Maßnahme“ dient dazu, der Lippe ihre Bewegungsfreiheit und damit ihre natürliche Dynamik zurückzugeben. Als positive Folge dieser Entfesselung werden sich im Laufe der Zeit Steilufer und Flachwasserzonen bilden, die im Gegensatz zu den bisher gleichförmigen Böschungen sehr strukturreiche Lebensräume darstellen.

2. Anlegen und optimieren einer Flutmulde                                                                               Flutmulden sind natürliche, struktur- und artenreiche Senken in der Landschaft, die das System Fluss-Aue bei hohen Wasserständen miteinander vernetzen. In den letzten Jahrhunderten wurden Flutmulden jedoch zur besseren Nutzung landwirtschaftlicher Flächen häufig verfüllt und eingeebnet – sie sind heute daher oft nur noch schwer erkennbar oder durch einen Blick auf historische Karten ermittelbar. Flutmulden sind aufgrund ihrer Auswirkungen auf den Wasserhaushalt von Fluss und Aue sehr wichtig (siehe Auenlebensräume). Sie bieten vielen seltenen Arten, wie verschiedenen Wasservögeln, einen Lebensraum.

Im südlichen Teilbereich des Maßnahmenblockes ist daher die Anlage einer „neuen“ Flutmulde geplant. An die Flutmulde schließt nach etwa 90 Metern eine heute schon im Gelände vorhandene, leichte Senke an. Diese soll optimiert werden, indem sie vertieft und abwechslungsreich gestaltet wird. Dabei werden die nördlichen und südlichen Bereiche der Senke soweit abgegraben, dass hier das ganze Jahr über Wasser stehen bleibt. Es entstehen also Stillgewässer. Zusätzlich wird im Zentrum dieser Geländesenke eine rund 180 Quadratmeter große Insel belassen.

3. Anlage eines Stillgewässers
Stillgewässer sind Bestandteile der ehemals natürlichen Aue und dienen verschiedenen Amphibien, Libellen, Fischen und Vögeln als Lebensraum (siehe Auenlebensräume). Stillgewässer sind tiefer als Blänken und trocknen daher nicht aus. Das heißt sie sind ganzjährig mit Wasser befüllt und bieten sogenannten „Stillwasserarten“, das sind Arten, die keine Strömung mögen, einen idealen Lebensraum.Viele Stillgewässer und Blänken wurden im Laufe der Nutzbarmachung landwirtschaftlicher Flächen verfüllt und somit dauerhaft „trocken gelegt“. Viele ökologisch wichtige Lebensräume gingen dadurch verloren.

Im nördlichen Teilbereich des Maßnahmenblockes ist die Anlage eines etwa 170 Meter langen und 50 Meter breiten Stillgewässers geplant.

4. Wiedervernässung und Randsumpfentwicklung
Ehemals waren die Grünlandflächen der Aue feucht und standen besonders im Winter häufig mehrere Wochen unter Wasser. Die Wiesen der Aue verwandelten sich so zeitweise in große Wasserflächen, welche vor allem für Wasservögel einen attraktiven Aufenthaltsort bieten. Auch für Frösche, Molche und andere Amphibien sind solche Orte ideale Lebensräume.
In Randsümpfen bilden sich oft große Röhrichte, welche insbesondere Libellen und schilfliebenden Vogelarten, wie dem Rohrsänger, attraktive Brutgebiete mit einem reichen Nahrungsangebot bieten.

Die Aufweitung und der Anstau von bestehenden Entwässerungsgräben soll zur Wiedervernässung der Wiesen und Weiden im südlichen Teilbereich des Maßnahmenblockes Heidemühle beitragen. Insgesamt ist die Entwicklung eines etwa 745 Meter langen Randsumpfes geplant.

5. Naturschonende landwirtschaftliche Nutzung
Im gesamten Maßnahmenblock Heidemühle ist eine naturschonende landwirtschaftliche Nutzung (Extensivierung) geplant. Dabei werden Grünflächen entweder schonend beweidet oder zur Mahd genutzt. Gerade Feuchtwiesen und baumfreie Flächen bieten vielen bodenbrütenden Vögeln einen Lebensraum. Eine schonende Beweidung von Grünland durch große Huftiere hält die Flächen frei von hochwachsender Vegetation.

Bildnachweis

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Foto: © Hans Blossey