16.10.2017

OB-Sonntagsgespräch

„Jetzt ist der Westen dran“
Zweieinhalb Stunden im Hammer Westen: Beim Sonntagsgespräch mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann rund um die Wilhelmstraße erhielten mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger einen detaillierten Einblick in die städtischen Planungen: „Schandflecke“ sollen verschwinden, Leerstände neu belebt werden – beispielsweise durch das neue Stadtteilzentrum, eine neue Kita und den Teil-Umzug des Jobcenters.

Bereits um halb 11 Uhr am Sonntagmorgen sitzen zahlreiche Interessenten im ehemaligen Möbelhaus Wiek in der Wilhelmstraße: Der Veranstaltungsort ist ganz bewusst gewählt worden, denn an dieser Stelle wird bis 2020 ein neues Stadtteilzentrum im Hammer Westen entstehen. „Wir machen hier einen ganz bewussten und für die Öffentlichkeit sichtbaren Aufschlag. Im Hammer Westen ist viel in Bewegung - und das ist auch nötig, um den Strukturwandel der letzten Jahre zu meistern. Aber wir dürfen den Westen nicht schlechter reden als er ist: Das ist mir ganz wichtig. Gemeinsam mit privaten und öffentlichen Partnern wollen wir den Hammer Westen in Aufbruchstimmung versetzen“, betont Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Gleichzeitig betonte der Oberbürgermeister, dass man beim Ankauf der Gebäude nur marktübliche Preise zahlen werde: „Niemand wird sich an uns eine goldene Nase verdienen.“

Abrissarbeiten starten Anfang des Jahres
Anfang kommenden Jahres werden die Bagger beim ehemaligen Möbelhaus Wiek anrücken: Zuletzt wurde das Gebäude durch die Sportschule Kim genutzt. Die Abrissarbeiten werden knapp drei Monate dauern. Bis Mitte 2018 rechnet die Stadt mit der endgültigen Bewilligung der Fördergelder, sodass der Bau des rund fünf Millionen Euro teuren Projekts, das zu 90 Prozent aus EU-Mitteln gefördert wird, Ende 2018/ Anfang 2019 beginnen soll. Nach einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren soll das knapp 2.000 Quadratmeter große Stadtteilzentrum voraussichtlich im Mitte 2020 fertiggestellt sein. Unter anderem werden das städtische Jugendamt (Familienhilfe/Tagespflegegruppen), das Kommunale Jobcenter, das Stadtteilbüro sowie weitere Anbieter einziehen. Der Neubau des Stadtteilzentrums ist allerdings nicht die einzige Entwicklung im Hammer Westen: Die Stadt möchte auch das Grundstück des ehemaligen Kinos, das direkt neben dem neuen Stadtteilzentrum liegt, kaufen. Entsprechende Verhandlungen laufen bereits, allerdings konnte noch keine Einigung über den Kaufpreis erzielt werden. „Die Fläche ist ein wichtiger Baustein für uns, weil wir nicht nur vereinzelt Grundstücke entwickeln, sondern großflächige Veränderungen erzielen wollen. In diesem Zusammenhang steht auch der Kita-Neubau, den wir in der Wilhelmstraße planen“, erklärt Hunsteger-Petermann. Konkret ist die Stadt derzeit in Verhandlungen mit zwei Eigentümern, in der Nähe Wilhelmstraße/Otto-Brenner-Straße. Auf dem dann rund 1.800 Quadratmeter großen Grundstück soll durch einen Investor möglichst schnell eine Kita gebaut werden. „Der Bedarf ist im Westen definitiv da“, unterstreicht der OB.

JobCenter übernimmt die ehemalige Post
Ein Stück weiter westlich auf der Wilhelmstraße, genauer gesagt in der ehemaligen Post, wird sich ebenfalls kurzfristig etwas tun: Ein Standort des Kommunalen Jobcenters soll im kommenden Jahr mit rund 50 Mitarbeitern in das seit Jahren leerstehende Gebäude einziehen. Aktuell sei man mit Eigentümer und Architekt in Gesprächen, um notwenige Umbaumaßnahmen zeitnah in Angriff zu nehmen. Zudem gibt es noch Überlegungen, dass die Fassade der früheren Post neu gestaltet wird – das ist allerdings noch nicht entschieden. „Wir setzen im Hammer Westen in den kommenden Jahren ein ganz dickes Ausrufezeichen: Wir wollen nicht tatenlos zusehen, sondern das Stadtviertel neu beleben – und das ist mit den neuen Projekten sowie den HGB-Häusern, dem Büro der Wirtschaftsförderung oder den Quartiersarchitekten gegeben. Allerdings können wir als Stadt nicht alles alleine machen: Jetzt sind Eigentümer und private Investoren gefordert, um diesen Schwung fortzusetzen“, verdeutlicht Hunsteger-Petermann. Einen ersten Erfolg gibt es dabei bereits: Nach jahrelangem Leerstand wird das Grundstück des ehemaligen Autohauses Kamps neu belebt: Für beide Gebäude liegen der Stadt Nutzungsänderungsanträge vor – ein China-Restaurant sowie ein Holzhändler werden sich voraussichtlich ab Anfang kommenden Jahres neu ansiedeln.

Im Anschluss an die Redebeiträge im ehemaligen Möbelhaus Wiek machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bussen auf den Weg durch den Westen: Am Standort des neuen Kindergartens in der Lange Straße stellte Architekt Heinz-Rainer Eichhorst ebenso die Pläne für das neue Gebäude vor, wie an der Ecke Wilhelmstraße/Forbachstraße: Ab 2018 wird hier im Auftrag der Hammer Gemeinnützigen Baugesellschaft (HGB) ein modernes Gebäude mit elf Wohnungen entstehen. Abschließend betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann: „Ich denke, dass im Laufe des Veranstaltung deutlich geworden, dass es keine Lippenbekenntnisse sind, wenn wir sagen: Jetzt ist der Westen dran!“